Häufige Fragen zur Augengesundheit: kurze, ehrliche Antworten
Über 30 häufige Fragen zu Augen, Bildschirmarbeit, Augenübungen, Brillen, Kontaktlinsen und Sehtests – kurz, verständlich und auf dem Stand der Wissenschaft beantwortet.
Jeden Tag suchen Menschen nach schnellen Antworten rund um ihre Augen: Schadet der Bildschirm? Können Übungen die Brille ersetzen? Wie oft sollte man zum Augenarzt? Ist ein zuckendes Augenlid bedenklich? Auf dieser Seite haben wir die Fragen gesammelt, die uns am häufigsten erreichen, und beantworten sie kurz und ehrlich – auf Grundlage der Empfehlungen von Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation, der American Academy of Ophthalmology, dem National Eye Institute, dem britischen NHS und deutschen Fachgesellschaften.
Die einzelnen Fragen und Antworten finden Sie im Fragenbereich dieser Seite. Vorab geben wir Ihnen zu jedem Themenfeld einen kurzen Überblick, damit die Antworten besser einzuordnen sind, und verweisen auf unsere ausführlichen Ratgeber. Nichts davon ersetzt eine persönliche Untersuchung: Wer Beschwerden hat, bekommt von einer Fachperson, die sich die Augen ansehen kann, immer die bessere Antwort als von einer Website.
Das Wichtigste in Kürze
- Augenübungen können das Wohlbefinden verbessern und bestimmte Störungen des beidäugigen Sehens unterstützen, heilen aber keine Fehlsichtigkeit, keinen grauen und keinen grünen Star.
- Erwachsene ab 40 sollten regelmäßig zur augenärztlichen Kontrolle, bei Diabetes oder familiärer Vorbelastung häufiger.
- Brillen und Kontaktlinsen schwächen oder stärken die Augen nicht; sie bündeln das Licht richtig.
- Bildschirme verursachen vorübergehende Belastung und Trockenheit, aber keine bleibenden Schäden; Zeit im Freien schützt Kinder vor Kurzsichtigkeit.
- Plötzlicher Sehverlust, neue Lichtblitze mit Schatten, starke Schmerzen mit rotem Auge und Verätzungen sind Notfälle.
So nutzen Sie diese Seite
Die Fragen sind nach Themen geordnet: allgemeine Augengesundheit, Bildschirm und Alltag, Augenübungen, Brillen und Kontaktlinsen, Untersuchungen und Sehtests, Kinder sowie Warnzeichen. Jede Antwort ist bewusst kurz gehalten. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, führen die Links in den Abschnitten unten zu unseren ausführlichen Ratgebern. Alle Antworten folgen unserem Grundsatz: Wir sagen klar, was gut belegt ist, und ebenso klar, wo die Forschung noch Fragen offenlässt.
| Themenfeld | Typische Fragen | Ausführlicher Ratgeber |
|---|---|---|
| Allgemeine Augengesundheit | Ernährung, Schlaf, Rauchen, Sonnenschutz | Alltagstipps, Ernährung |
| Bildschirm und Alltag | Müde Augen, 20-20-20-Regel, Blaulicht, trockene Augen | Digitale Augenbelastung |
| Augenübungen | Was sie können, was nicht, wie oft | Augenübungen und Evidenz |
| Brillen und Kontaktlinsen | Werte, Gewöhnung, Pflege, Hygiene | Brillenpass, Kontaktlinsen |
| Untersuchungen | Wie oft, welche Tests, Online-Sehtests | Augenuntersuchung erklärt |
| Kinder | Erste Untersuchung, Bildschirmzeit, Kurzsichtigkeit | Augengesundheit bei Kindern |
| Warnzeichen | Wann sofort zum Arzt | Augennotfälle |
Allgemeine Augengesundheit
Gesunde Augen hängen eng mit einem gesunden Körper zusammen. Nichtrauchen ist eine der wirksamsten Maßnahmen, denn Rauchen erhöht das Risiko für Makuladegeneration und grauen Star deutlich. Ein gut eingestellter Blutzucker und Blutdruck schützt die feinen Gefäße der Netzhaut. Eine Ernährung mit viel grünem Blattgemüse, buntem Obst und Gemüse sowie regelmäßig Fisch liefert die Nährstoffe, die die Netzhaut braucht, ohne dass gesunde Menschen dafür teure Nahrungsergänzungsmittel benötigen. Ausreichender Schlaf hilft, dass sich der Tränenfilm und die Augenoberfläche regenerieren. Und eine Sonnenbrille mit zuverlässigem UV-Schutz schützt Hornhaut, Linse und Lider vor Schäden durch ultraviolette Strahlung, besonders im Schnee, am Wasser und im Hochgebirge.
Viele praktische Hinweise dazu finden Sie in unseren Alltagstipps für gesunde Augen. Wer sich speziell für Lebensmittel interessiert, findet im Ratgeber zur Ernährung eine Übersicht über Lutein, Zeaxanthin, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin A – jeweils mit einer ehrlichen Einschätzung, wie gut die Belege sind.
Bildschirm, Licht und Alltag
Die meisten Menschen in Büro und Homeoffice verbringen viele Stunden täglich vor Bildschirmen. Typische Folgen sind brennende, trockene, müde Augen, Kopfschmerzen und vorübergehend verschwommenes Sehen. Ursache ist vor allem, dass wir beim konzentrierten Blick auf den Bildschirm deutlich seltener und unvollständiger blinzeln und die Augen über lange Zeit auf eine feste, nahe Entfernung eingestellt bleiben. Bleibende Schäden entstehen dadurch nach heutigem Wissen nicht.
Bewährt haben sich einfache Gewohnheiten: regelmäßige Blickpausen, bewusstes vollständiges Blinzeln, ein Bildschirm in etwa einer Armlänge Abstand mit der Oberkante auf oder knapp unter Augenhöhe, blendfreie Beleuchtung und gegebenenfalls eine passende Arbeitsplatzbrille. Die bekannte 20-20-20-Regel fasst das zusammen: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas in rund sechs Metern Entfernung schauen. Ausführlich behandeln wir das Thema im Ratgeber Digitale Augenbelastung.
Tipp: Wenn Ihre Augen bei der Bildschirmarbeit regelmäßig brennen, prüfen Sie zuerst Raumluft, Abstand und Pausen. Hilft das nicht, kann ein trockenes Auge oder eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit dahinterstecken – dann lohnt sich eine Untersuchung.
Augenübungen: Was sie können und was nicht
Augenübungen sind auf unserer Website ein wichtiges Thema, und gerade deshalb ist uns Ehrlichkeit wichtig. Übungen wie Blickwechsel zwischen Nähe und Ferne, bewusstes Blinzeln, Palmieren oder Augenbewegungen in verschiedene Richtungen können helfen, die Augen bei langer Bildschirmarbeit zu entspannen, Verspannungen zu lösen und Pausen bewusst zu gestalten. Bei bestimmten Störungen des Zusammenspiels beider Augen, etwa einer Konvergenzschwäche, gibt es unter fachlicher Anleitung durch Orthoptistinnen oder Augenärzte gute Belege für gezieltes Training.
Was Übungen nicht können: Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder Alterssichtigkeit heilen, einen grauen Star auflösen oder ein Glaukom behandeln. Diese Erkrankungen beruhen auf der Form des Auges, der Elastizität der Linse oder Schäden am Sehnerv, die sich durch Muskeltraining nicht verändern lassen. Angebote, die eine Brillenfreiheit durch Training versprechen, etwa nach der Bates-Methode, sind wissenschaftlich nicht belegt. Wenn Sie Übungen zur Entspannung ausprobieren möchten, beginnen Sie zum Beispiel mit dem Palmieren oder einem kurzen Programm wie dem Büroprogramm.
Brillen und Kontaktlinsen
Brillen und Kontaktlinsen sind sichere und wirksame Hilfsmittel, um Fehlsichtigkeiten auszugleichen. Sie verändern das Auge nicht, sondern lenken das Licht so, dass es scharf auf der Netzhaut ankommt. Die Werte im Brillenpass geben an, wie stark die Gläser brechen müssen: die Sphäre für Kurz- oder Weitsichtigkeit, Zylinder und Achse für die Hornhautverkrümmung und die Addition für den Nahzusatz bei Alterssichtigkeit. Wie man diese Zahlen liest, erklären wir im Ratgeber Brillenwerte verstehen.
Bei Kontaktlinsen ist Hygiene das A und O. Die meisten ernsthaften Komplikationen, vor allem Hornhautinfektionen, hängen mit Fehlern bei der Pflege zusammen: Schlafen mit Linsen, die dafür nicht zugelassen sind, Kontakt mit Leitungswasser, zu lange Tragezeiten oder das Wiederverwenden von Pflegemittel. Rote, schmerzende Augen bei Kontaktlinsenträgern sind immer ein Grund, die Linsen herauszunehmen und zeitnah zum Augenarzt zu gehen.
Untersuchungen und Sehtests
Viele ernste Augenkrankheiten, allen voran das Glaukom, verlaufen anfangs ohne Beschwerden. Deshalb ist die regelmäßige Untersuchung so wichtig. Eine augenärztliche Kontrolle umfasst je nach Alter und Risiko die Bestimmung der Sehschärfe und der Brillenwerte, die Untersuchung des vorderen Auges an der Spaltlampe, die Messung des Augeninnendrucks und die Betrachtung des Augenhintergrunds, oft mit erweiterter Pupille. Ergänzend können eine optische Kohärenztomographie oder ein Gesichtsfeldtest sinnvoll sein. Online-Sehtests wie unser Sehschärfetest sind nützlich, um Veränderungen zu bemerken, ersetzen aber keine Untersuchung. Was genau passiert, lesen Sie im Ratgeber Augenuntersuchung erklärt.
Augengesundheit bei Kindern
Bei Kindern ist das Sehen noch in Entwicklung. Eine Schwachsichtigkeit, etwa durch Schielen oder einen großen Unterschied der Brillenwerte zwischen beiden Augen, lässt sich nur in den ersten Lebensjahren gut behandeln. Deshalb empfehlen Fachgesellschaften eine augenärztliche Untersuchung im Kleinkindalter, auch wenn das Kind keine Beschwerden hat. Gleichzeitig nimmt die Kurzsichtigkeit bei Kindern weltweit zu. Studien zeigen, dass täglich ausreichend Zeit im Freien bei Tageslicht das Risiko senkt, kurzsichtig zu werden. Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber zur Augengesundheit bei Kindern.
Eltern sollten auf Hinweise im Alltag achten: Ein Kind, das häufig blinzelt, die Augen zusammenkneift, ein Auge zuhält, den Kopf schief hält, Bücher sehr nah ans Gesicht führt, beim Lesen schnell die Zeile verliert oder über Kopfschmerzen nach der Schule klagt, sollte augenärztlich untersucht werden. Auch eine plötzliche Unlust am Lesen oder Konzentrationsprobleme im Unterricht können mit dem Sehen zusammenhängen. Wichtig ist außerdem, dass eine verordnete Brille wirklich getragen wird; bei kleinen Kindern helfen bruchfeste Gestelle und Lob dabei, sich daran zu gewöhnen. Augenpflaster gegen Schwachsichtigkeit wirken nur, wenn sie so lange getragen werden wie verordnet.
Augen in verschiedenen Lebensphasen
Viele Fragen hängen eng mit dem Alter zusammen, deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf die typischen Veränderungen. Im Säuglings- und Kleinkindalter entwickelt sich das Sehen noch; hier geht es vor allem darum, Schielen, starke Fehlsichtigkeit oder angeborene Trübungen früh zu erkennen. Im Schulalter rückt die Kurzsichtigkeit in den Vordergrund, die sich oft zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensjahr bemerkbar macht und bis ins junge Erwachsenenalter zunehmen kann. Junge Erwachsene haben meist stabile Werte, sind aber durch lange Bildschirmzeiten, Kontaktlinsen und Sport besonders häufig von trockenen Augen und Verletzungen betroffen.
Ab Mitte vierzig beginnt bei praktisch allen Menschen die Alterssichtigkeit: Kleingedrucktes muss weiter weg gehalten werden, und bei schwachem Licht fällt das Lesen schwerer. Das ist kein Krankheitszeichen, sondern eine natürliche Verhärtung der Linse. Gleichzeitig steigt ab diesem Alter das Risiko für das Glaukom, später auch für grauen Star und Makuladegeneration. Deshalb ist um das vierzigste Lebensjahr eine erste umfassende augenärztliche Untersuchung sinnvoll, auch ohne Beschwerden.
| Lebensphase | Häufige Themen | Worauf achten |
|---|---|---|
| 0–6 Jahre | Schielen, Schwachsichtigkeit, Fehlsichtigkeit | Früherkennung, augenärztliche Untersuchung im Kleinkindalter |
| 6–18 Jahre | Kurzsichtigkeit, Bildschirmzeit, Sportverletzungen | Zeit im Freien, Kontrollen bei Brillenträgern, Schutzbrille beim Sport |
| 18–40 Jahre | Trockene Augen, Kontaktlinsen, Bildschirmarbeit | Pausen, Hygiene, Arbeitsplatzgestaltung |
| 40–60 Jahre | Alterssichtigkeit, Glaukomrisiko | Ausgangsuntersuchung mit Augendruck und Sehnerv |
| Ab 60 Jahren | Grauer Star, Makuladegeneration, Sturzrisiko | Regelmäßige Kontrollen, gute Beleuchtung, Amsler-Test bei Bedarf |
Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck, starker Kurzsichtigkeit oder Augenerkrankungen in der Familie sollten unabhängig vom Alter enger kontrolliert werden. Auch bestimmte Medikamente, etwa Kortison über längere Zeit, können die Augen beeinflussen. Teilen Sie Ihrer Augenärztin daher immer mit, welche Medikamente Sie einnehmen.
Warnzeichen: Wann Sie nicht warten sollten
Sofort zum Augenarzt, in die Augenklinik oder 112 bei: plötzlichem Sehverlust oder plötzlich verschwommenem Sehen, neuen Lichtblitzen mit vielen dunklen Punkten oder einem Schatten im Gesichtsfeld, starken Augenschmerzen mit Rötung, Übelkeit oder farbigen Ringen um Lichter, plötzlichen Doppelbildern, Verletzungen oder Verätzungen des Auges (sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen) sowie Sehstörungen zusammen mit Lähmungen oder Sprachstörungen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Augennotfälle und Erste Hilfe.
Haben Sie eine Frage, die hier nicht beantwortet wird? Viele weitere Themen behandeln wir ausführlich in unseren Ratgebern zu einzelnen Erkrankungen, zu Brillen und Kontaktlinsen sowie in den Blogartikeln. Und denken Sie daran: Bei anhaltenden oder neuen Beschwerden ist der Weg zur Augenärztin oder zum Augenarzt immer die beste Entscheidung.
Häufig gestellte Fragen
Können Augenübungen meine Brille ersetzen?
Nein. Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit beruhen auf der Form des Auges oder der Elastizität der Linse, die sich durch Training nicht verändern. Übungen können aber die Augen entspannen und bei Bildschirmarbeit das Wohlbefinden verbessern.
Wofür sind Augenübungen dann gut?
Sie helfen, Pausen bewusst zu gestalten, die Augen bei langer Naharbeit zu entspannen und das Blinzeln zu fördern. Bei einer Konvergenzschwäche und einigen anderen Störungen des beidäugigen Sehens kann gezieltes Training unter fachlicher Anleitung nachweislich helfen.
Wie oft sollte ich Augenübungen machen?
Für die Entspannung genügen meist mehrere kurze Pausen von ein bis drei Minuten über den Tag verteilt, besonders bei Bildschirmarbeit. Wichtiger als lange Übungseinheiten ist die Regelmäßigkeit. Schmerzen oder Schwindel sind ein Zeichen, aufzuhören und ärztlich nachzufragen.
Was ist die 20-20-20-Regel?
Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas schauen, das etwa 20 Fuß, also rund sechs Meter, entfernt ist. So entspannt sich die Naheinstellung des Auges, und man blinzelt wieder häufiger. Die Regel ist eine einfache Gedächtnisstütze für regelmäßige Blickpausen.
Schadet die Bildschirmarbeit meinen Augen dauerhaft?
Nach heutigem Wissen nicht. Sie kann aber vorübergehend trockene, müde und brennende Augen, Kopfschmerzen und verschwommenes Sehen verursachen. Pausen, bewusstes Blinzeln und eine gute Arbeitsplatzgestaltung helfen.
Brauche ich eine Blaulichtfilter-Brille?
Fachgesellschaften empfehlen sie nicht zum Schutz der Augen, da Bildschirmlicht die Netzhaut nach heutigem Wissen nicht schädigt und ein Nutzen gegen Augenbelastung nicht belegt ist. Wer abends schlecht einschläft, sollte eher die Bildschirmzeit vor dem Schlafen reduzieren.
Warum brennen meine Augen am Abend?
Häufige Ursachen sind seltenes Blinzeln bei Bildschirmarbeit, trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft, Kontaktlinsen und Müdigkeit. Oft steckt ein trockenes Auge dahinter. Bleiben die Beschwerden trotz Pausen und befeuchtender Tropfen bestehen, sollten Sie sie untersuchen lassen.
Helfen künstliche Tränen bei trockenen Augen?
Ja, Tränenersatzmittel lindern bei vielen Menschen die Beschwerden. Bei häufiger Anwendung sind Präparate ohne Konservierungsmittel besser verträglich. Halten die Beschwerden an, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.
Ist ein zuckendes Augenlid gefährlich?
Meist nicht. Lidzucken (Myokymie) tritt häufig bei Stress, Schlafmangel, viel Koffein oder Bildschirmarbeit auf und verschwindet von selbst. Hält es über Wochen an, breitet es sich auf das Gesicht aus oder schließt sich das Lid dabei ganz, sollten Sie es abklären lassen.
Was sind die schwarzen Punkte, die ich manchmal sehe?
Das sind meist Glaskörpertrübungen, kleine Verdichtungen im gelartigen Inneren des Auges, die vor allem vor hellen Flächen auffallen. Sie sind sehr häufig und meist harmlos. Treten plötzlich viele neue auf, zusammen mit Lichtblitzen oder einem Schatten, ist das ein Notfall.
Macht eine Brille die Augen schwächer?
Nein. Eine Brille verändert das Auge nicht, sondern bündelt das Licht richtig. Dass Werte bei jungen Menschen weiter steigen, liegt am Wachstum des Auges und nicht an der Brille. Ohne Brille wirkt die Welt nur unschärfer, weil man den Vergleich gewohnt ist.
Wie oft brauche ich eine neue Brille?
Es gibt kein festes Intervall. Bei Erwachsenen bleiben die Werte oft jahrelang stabil, bei Kindern und ab Beginn der Alterssichtigkeit ändern sie sich häufiger. Wenn Sie unscharf sehen, schneller ermüden oder Kopfschmerzen bekommen, ist eine Überprüfung sinnvoll.
Was bedeuten die Werte in meinem Brillenpass?
Die Sphäre gibt an, ob Sie kurzsichtig (Minuswert) oder weitsichtig (Pluswert) sind. Zylinder und Achse beschreiben eine Hornhautverkrümmung, die Addition den Nahzusatz bei Alterssichtigkeit. Die Pupillendistanz wird für die korrekte Zentrierung der Gläser benötigt.
Wie lange dauert die Gewöhnung an Gleitsichtgläser?
Die meisten Menschen gewöhnen sich innerhalb von einigen Tagen bis zwei Wochen daran. Hilfreich ist, die Brille konsequent zu tragen und den Kopf statt nur die Augen zur Seite zu drehen. Bleiben Schwindel oder Unschärfe, sollten Zentrierung und Werte überprüft werden.
Kann ich mit Kontaktlinsen schlafen?
Nur mit Linsen, die ausdrücklich dafür zugelassen sind, und nach Absprache mit Ihrem Augenarzt oder Kontaktlinsenanpasser. Das Schlafen mit normalen Linsen erhöht das Risiko schwerer Hornhautinfektionen erheblich.
Darf ich mit Kontaktlinsen schwimmen oder duschen?
Besser nicht. Leitungs-, Schwimmbad- und Meerwasser können Erreger wie Akanthamöben enthalten, die schwere Hornhautinfektionen verursachen. Wenn es nicht anders geht, eignen sich Tageslinsen unter einer dichten Schwimmbrille, die danach entsorgt werden.
Sind Lesebrillen aus der Drogerie schädlich?
Sie schaden den Augen nicht und können für gelegentliches Lesen eine praktische Lösung sein, wenn beide Augen ähnliche Werte haben. Sie berücksichtigen aber keine Hornhautverkrümmung und keine Unterschiede zwischen den Augen. Eine augenärztliche Untersuchung ab 40 ersetzen sie nicht.
Wie oft sollte ich zur Augenuntersuchung?
Erwachsene ohne Beschwerden sollten ab etwa 40 Jahren eine Ausgangsuntersuchung und danach Kontrollen alle zwei bis drei Jahre, ab etwa 60 alle ein bis zwei Jahre wahrnehmen. Bei Diabetes ist eine jährliche Netzhautuntersuchung empfohlen. Bei Risikofaktoren legt Ihr Augenarzt die Abstände fest.
Reicht ein Online-Sehtest?
Online-Tests können Hinweise auf eine Veränderung der Sehschärfe geben, sind aber nicht standardisiert und prüfen weder Augendruck noch Netzhaut oder Sehnerv. Sie ersetzen keine augenärztliche Untersuchung.
Warum wird die Pupille bei der Untersuchung erweitert?
Durch die weite Pupille kann die Ärztin den gesamten Augenhintergrund mit Netzhaut, Makula und Sehnerv beurteilen. Danach sind Sie einige Stunden geblendet und sehen unscharf, deshalb dürfen Sie nicht selbst Auto fahren.
Ist die Augendruckmessung sinnvoll?
Ein erhöhter Augeninnendruck ist der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für das Glaukom. Die Messung allein reicht zur Diagnose aber nicht aus, da es auch ein Glaukom bei normalem Druck gibt. Am aussagekräftigsten ist die Kombination mit der Untersuchung des Sehnervs.
Wann sollte mein Kind zum ersten Mal zum Augenarzt?
Fachgesellschaften empfehlen eine augenärztliche Untersuchung etwa im Alter zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren, auch ohne Auffälligkeiten. Bei Schielen, Frühgeburt, Fehlsichtigkeit in der Familie oder anderen Auffälligkeiten sollte das Kind früher untersucht werden.
Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder in Ordnung?
Fachgesellschaften raten, Bildschirmzeit bei Kleinkindern stark zu begrenzen und bei älteren Kindern auf regelmäßige Pausen und ausreichend Bewegung zu achten. Für die Augen ist besonders wichtig, dass Kinder täglich Zeit im Freien bei Tageslicht verbringen.
Schützt Zeit im Freien vor Kurzsichtigkeit?
Ja, das ist durch mehrere Studien gut belegt. Kinder, die täglich mehr Zeit draußen bei Tageslicht verbringen, werden seltener kurzsichtig. Häufig empfohlen werden etwa zwei Stunden pro Tag.
Kann man das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit bei Kindern bremsen?
Ja, es gibt wirksame Ansätze wie niedrig dosierte Atropin-Augentropfen, spezielle Brillengläser und Kontaktlinsen zur Myopiekontrolle. Welche Methode infrage kommt, entscheidet der Augenarzt. Zusätzlich hilft mehr Zeit im Freien.
Sind Karotten gut für die Augen?
Karotten liefern Beta-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A bildet, das für das Dämmerungssehen wichtig ist. Bei ausreichender Versorgung verbessern zusätzliche Karotten die Sehschärfe aber nicht. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit grünem Gemüse und Fisch ist sinnvoller.
Sollte ich Nahrungsergänzungsmittel für die Augen nehmen?
Für gesunde Menschen ist ein vorbeugender Nutzen nicht belegt. Bei einer mittelschweren oder einseitig fortgeschrittenen altersbedingten Makuladegeneration kann eine Kombination nach dem Vorbild der AREDS2-Studie das Fortschreiten verlangsamen. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrem Augenarzt.
Schadet Rauchen den Augen?
Ja. Rauchen erhöht das Risiko für altersbedingte Makuladegeneration und grauen Star deutlich und verschlechtert trockene Augen. Mit dem Rauchen aufzuhören, ist eine der wirksamsten Maßnahmen für die Augengesundheit.
Brauchen Augen auch im Winter eine Sonnenbrille?
Bei Schnee, im Gebirge und am Wasser ja, da diese Flächen UV-Strahlung stark reflektieren. Im Schnee kann ungeschütztes Sehen sogar zu einer schmerzhaften Verblitzung der Hornhaut führen. Achten Sie auf das CE-Zeichen und vollständigen UV-Schutz bis 400 Nanometer.
Ist ein rotes Auge immer eine Bindehautentzündung?
Nein. Ein rotes Auge kann auch durch eine geplatzte Ader, trockene Augen, Allergien, eine Hornhautentzündung, eine Regenbogenhautentzündung oder einen Glaukomanfall entstehen. Kommen Schmerzen, Lichtscheu oder Sehverschlechterung hinzu, sollten Sie zeitnah zum Augenarzt.
Was soll ich tun, wenn Reinigungsmittel ins Auge gelangt?
Sofort mindestens 15 Minuten mit viel Leitungswasser spülen und dabei die Lider weit offen halten. Lassen Sie parallel den Notruf 112 alarmieren oder fahren Sie anschließend in die Augenklinik. Nehmen Sie die Verpackung des Mittels mit.
Wann ist eine Sehstörung ein Notfall?
Plötzlicher Sehverlust, ein Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld, neue Lichtblitze mit vielen dunklen Punkten, plötzliche Doppelbilder und starke Augenschmerzen mit Übelkeit sind Notfälle. Kommen Lähmungen oder Sprachstörungen hinzu, wählen Sie sofort 112, da ein Schlaganfall vorliegen kann.
Kann man grauen Star ohne Operation behandeln?
Bislang nicht. Es gibt keine Tropfen, Übungen oder Nahrungsergänzungsmittel, die eine getrübte Linse wieder klar machen. Die Operation, bei der die trübe Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird, ist sehr häufig und gilt als sicher und wirksam.
Quellen
- World Health Organization – World report on vision (2019)
- American Academy of Ophthalmology – Eye health information for the public
- National Eye Institute – Eye Health Information
- NHS – Eye health
- Cochrane Review – Blue-light filtering spectacle lenses (2023)
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) – Patienteninformationen
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