Augengymnastik

Untersuchung & Behandlung

Augenuntersuchung erklärt: Ablauf, Tests und wie oft

Von der Sehschärfe bis zur OCT: Was bei einer Augenuntersuchung passiert, wer sie durchführt und in welchen Abständen Kinder, Erwachsene und Risikogruppen kommen sollten.

Aktualisiert: 10. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit Redaktion

Viele Menschen gehen erst dann zum Augenarzt, wenn sie schlechter sehen oder ein Auge schmerzt. Dabei verlaufen einige der häufigsten Ursachen für Sehverlust – etwa das Glaukom (grüner Star), die diabetische Retinopathie oder die altersbedingte Makuladegeneration – anfangs völlig schmerzlos und ohne Symptome, die man selbst bemerkt. Eine gründliche Augenuntersuchung kann solche Veränderungen oft Jahre früher aufdecken, als man sie im Alltag wahrnehmen würde. Und je früher sie entdeckt werden, desto besser lässt sich das Sehvermögen in der Regel erhalten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wer in Deutschland, Österreich und der Schweiz welche Untersuchungen durchführt, was bei den einzelnen Tests genau passiert, ob etwas davon unangenehm ist und in welchen Abständen eine Kontrolle sinnvoll ist. So können Sie Ihren nächsten Termin gelassener angehen und gezielter nachfragen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Augenärztinnen und Augenärzte (Ophthalmologen) sind Fachärzte: Sie diagnostizieren und behandeln Augenkrankheiten, verordnen Medikamente und operieren.
  • Augenoptiker und Optometristen bestimmen die Brillenwerte und passen Kontaktlinsen an; Optometristen führen zusätzlich Screening-Untersuchungen durch, stellen aber keine ärztlichen Diagnosen.
  • Eine umfassende Untersuchung umfasst meist Sehschärfe, Refraktion, Spaltlampe, Augendruckmessung und die Betrachtung des Augenhintergrunds, bei Bedarf ergänzt durch OCT und Gesichtsfeldtest.
  • Erwachsene ohne Beschwerden sollten ab etwa 40 Jahren regelmäßig zur Kontrolle, bei Diabetes, familiärer Vorbelastung oder starker Kurzsichtigkeit häufiger.
  • Ein Sehtest am Bildschirm oder beim Optiker ersetzt keine ärztliche Untersuchung des Augenhintergrunds.

Wer macht was? Augenarzt, Optometrist und Augenoptiker

Im deutschsprachigen Raum sind drei Berufsgruppen rund um das Sehen tätig. Die Aufgaben überschneiden sich teilweise, die Verantwortung ist aber klar verteilt.

BerufAusbildungTypische AufgabenGrenzen
Augenarzt / Augenärztin (Ophthalmologe)Medizinstudium plus mehrjährige FacharztweiterbildungDiagnose und Behandlung aller Augenkrankheiten, Medikamente, Laser, Operationen, Pupillenerweiterung, GutachtenKeine – trägt die ärztliche Gesamtverantwortung
Optometrist / OptometristinStudium der Optometrie (Bachelor/Master) oder WeiterbildungRefraktion, Kontaktlinsenanpassung, Screening (z. B. Augendruck, Fundusfoto, teils OCT), SehberatungStellt keine medizinischen Diagnosen, verordnet keine Medikamente; verweist bei Auffälligkeiten an den Augenarzt
Augenoptiker / AugenoptikerinAusbildung, ggf. MeisterprüfungSehtest und Brillenglasbestimmung, Brillenanfertigung, Anpassung, Sehtest für den FührerscheinKeine Untersuchung auf Augenkrankheiten im medizinischen Sinn

Für eine neue Brille gehen viele Menschen direkt zum Optiker – das ist bei gesunden Augen völlig in Ordnung. Wer jedoch Beschwerden hat, älter als 40 ist, an Diabetes oder Bluthochdruck leidet oder Augenkrankheiten in der Familie hat, sollte zusätzlich regelmäßig zum Augenarzt. Nur dort wird der Augenhintergrund bei erweiterter Pupille vollständig beurteilt und eine Diagnose gestellt. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihre Brillenwerte lesen, hilft unser Ratgeber Brillenpass verstehen.

Vor dem Termin: Anamnese und Vorbereitung

Jede gute Untersuchung beginnt mit einem Gespräch (Anamnese). Die Ärztin oder der Optometrist fragt nach aktuellen Beschwerden, bisherigen Brillen oder Kontaktlinsen, Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten und Augenerkrankungen in der Familie. Gerade die familiäre Vorbelastung ist beim Glaukom und bei der Makuladegeneration ein wichtiger Risikofaktor.

Tipp: Bringen Sie Ihre aktuelle Brille, gegebenenfalls Kontaktlinsenpass, eine Medikamentenliste und eine Sonnenbrille mit. Wenn eine Pupillenerweiterung geplant ist, fahren Sie nicht selbst mit dem Auto – Sie werden für einige Stunden geblendet und unscharf sehen. Kontaktlinsenträger sollten vorher fragen, ob sie die Linsen am Untersuchungstag weglassen sollen.

Die Untersuchungsschritte im Überblick

Nicht jeder Termin umfasst alle Tests. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von Alter, Beschwerden und Risikofaktoren ab. Die folgende Tabelle zeigt die häufigsten Bausteine.

UntersuchungWas wird geprüft?DauerUnangenehm?
Sehschärfe (Visus)Wie scharf Sie in Ferne und Nähe sehen2–5 MinutenNein
RefraktionBrillenwerte (Sphäre, Zylinder, Achse, Addition)5–15 MinutenNein
SpaltlampeLider, Bindehaut, Hornhaut, Vorderkammer, Linse3–5 MinutenNein, nur helles Licht
TonometrieAugeninnendruck1–2 MinutenKurzer Luftstoß oder Tropfen
Fundoskopie bei weiter PupilleNetzhaut, Sehnerv, Makula, Gefäße5–10 Minuten plus 20–30 Minuten WartezeitBlendung, danach Stunden unscharf
OCTSchichtbild von Netzhaut und SehnervWenige MinutenNein, berührungslos
Gesichtsfeld (Perimetrie)Ausfälle im seitlichen und zentralen Sehen5–15 Minuten pro AugeAnstrengend für die Konzentration

1. Sehschärfe (Visus)

Zuerst wird gemessen, wie gut Sie ohne und mit Brille sehen. Sie lesen Buchstaben, Zahlen oder Landolt-Ringe (Kreise mit einer Öffnung) auf einer Tafel oder einem Monitor, jedes Auge einzeln. Im deutschsprachigen Raum wird der Visus meist als Dezimalzahl angegeben: 1,0 entspricht der normalen Sehschärfe, die im englischen Sprachraum als 20/20 bezeichnet wird; 0,5 bedeutet, dass Sie ein Zeichen erst aus halber Entfernung erkennen. Viele junge Menschen sehen sogar besser als 1,0. Auch die Nahsehschärfe wird geprüft, besonders ab dem Alter, in dem die Alterssichtigkeit beginnt. Einen ersten Eindruck können Sie zu Hause mit unserem Online-Sehtest gewinnen – er ersetzt aber keine Messung unter standardisierten Bedingungen.

2. Refraktion: die Bestimmung der Brillenwerte

Bei der Refraktion wird ermittelt, welche Glasstärke Ihr Auge benötigt, um scharf zu sehen. Häufig beginnt man mit einer objektiven Messung am Autorefraktometer: Sie blicken auf ein Bild, etwa einen Heißluftballon am Ende einer Straße, und das Gerät errechnet Näherungswerte. Danach folgt der subjektive Feinabgleich mit dem Phoropter oder einer Messbrille. Die bekannte Frage lautet: „Ist es mit Glas eins oder Glas zwei besser?“ Es gibt dabei keine falschen Antworten – wenn beide gleich aussehen, dürfen Sie das sagen.

So werden Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung erfasst. Bei Kindern und jungen Erwachsenen mit starker Akkommodation (Naheinstellung) werden oft Tropfen gegeben, die den Ziliarmuskel vorübergehend lähmen (Zykloplegie). Nur so lässt sich eine versteckte Weitsichtigkeit zuverlässig messen.

3. Spaltlampenuntersuchung

Die Spaltlampe ist ein Mikroskop mit einer schmalen, hellen Lichtquelle. Sie legen Kinn und Stirn auf eine Stütze, und die Ärztin betrachtet nacheinander Lider und Wimpern, Bindehaut, Hornhaut, Vorderkammer, Regenbogenhaut und Linse. So werden etwa eine Lidrandentzündung, Zeichen eines trockenen Auges, Hornhautverletzungen, Entzündungszellen in der Vorderkammer oder eine beginnende Linsentrübung (grauer Star) sichtbar. Für manche Fragestellungen wird ein gelber Farbstoff (Fluorescein) in den Tränenfilm gegeben, der Defekte der Hornhaut grün aufleuchten lässt. Mit zusätzlichen Lupen kann an der Spaltlampe auch der Augenhintergrund betrachtet werden.

4. Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks

Ein erhöhter Augeninnendruck ist der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für das Glaukom. Gemessen wird er auf zwei gängige Arten:

  • Non-Kontakt-Tonometrie: Ein kurzer Luftstoß flacht die Hornhaut ab. Das ist harmlos, erschreckt aber manche Menschen. Die Methode eignet sich gut als Screening.
  • Applanationstonometrie nach Goldmann: Nach einem betäubenden Tropfen mit Farbstoff berührt ein kleines Messköpfchen sanft die Hornhaut. Sie gilt als Referenzmethode.

Normal sind Werte von etwa 10 bis 21 mmHg. Wichtig zu wissen: Ein normaler Druck schließt ein Glaukom nicht aus (Normaldruckglaukom), und ein leicht erhöhter Druck bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung. Die Hornhautdicke beeinflusst den Messwert und wird deshalb bei Auffälligkeiten mit der Pachymetrie bestimmt. Entscheidend ist immer die Gesamtschau aus Druck, Sehnervbefund und Gesichtsfeld.

In Deutschland ist die Augendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung ohne konkreten Verdacht keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, sondern wird als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) privat abgerechnet. Besteht ein Verdacht – etwa aufgrund des Sehnervbefunds oder Beschwerden – übernimmt die Kasse die Kosten. Fragen Sie im Zweifel vorab nach.

5. Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille

Für einen vollständigen Blick auf Netzhaut, Makula, Sehnerv und Gefäße erhalten Sie Tropfen, welche die Pupille für einige Stunden weit stellen (Mydriasis). Nach 20 bis 30 Minuten untersucht die Ärztin mit Lupe und Licht den gesamten Augenhintergrund (Fundoskopie oder Ophthalmoskopie), bis weit in die Peripherie. Nur so lassen sich Netzhautlöcher, eine beginnende Netzhautablösung, diabetische Veränderungen, Gefäßverschlüsse oder Tumoren zuverlässig erkennen.

Danach sind Sie für etwa vier bis sechs Stunden lichtempfindlich und sehen in der Nähe unscharf. In dieser Zeit dürfen Sie nicht Auto fahren. Sehr selten können die Tropfen bei Menschen mit anatomisch engem Kammerwinkel einen akuten Glaukomanfall auslösen; deshalb wird der Kammerwinkel vorher beurteilt. Treten nach der Untersuchung starke Augenschmerzen, Übelkeit und Sehen von Farbringen auf, sollten Sie sofort in die Klinik gehen.

6. Optische Kohärenztomographie (OCT)

Die OCT funktioniert ähnlich wie ein Ultraschall, nur mit Licht statt Schall. Innerhalb weniger Sekunden entstehen hochauflösende Schnittbilder der Netzhautschichten und der Nervenfaserschicht am Sehnerv. Das Verfahren ist berührungslos und schmerzfrei. Es ist besonders wertvoll bei der Makuladegeneration, beim diabetischen Makulaödem, bei Makulalöchern und zur Verlaufskontrolle des Glaukoms. Ob die OCT von der Krankenkasse bezahlt wird, hängt vom Anlass ab; bei bestimmten Indikationen wie der Therapiesteuerung der feuchten Makuladegeneration ist sie inzwischen Kassenleistung, als reine Vorsorge meist nicht.

7. Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie)

Beim Gesichtsfeldtest schauen Sie mit einem Auge auf einen Punkt in der Mitte einer Halbkugel. Irgendwo im Umfeld leuchten kurz Lichtpunkte unterschiedlicher Helligkeit auf, und Sie drücken jedes Mal einen Knopf, wenn Sie einen sehen. So entsteht eine Karte Ihres Sehfeldes. Glaukomschäden zeigen typische Ausfallmuster, ebenso Erkrankungen des Sehnervs oder des Gehirns, etwa nach einem Schlaganfall. Es ist normal, viele Punkte nicht zu sehen – das Gerät prüft gezielt die Wahrnehmungsschwelle. Blinzeln ist erlaubt. Das Verfahren ist auch für Führerscheingutachten wichtig. Unser Peripherie-Test zeigt spielerisch, was gemeint ist, ist aber keine medizinische Perimetrie.

Weitere Tests je nach Situation

  • Augenstellung und Beweglichkeit: Abdecktest bei Verdacht auf Schielen oder Schwachsichtigkeit, besonders bei Kindern.
  • Farbsehtest: Mit Farbtafeln nach Ishihara oder einem Anomaloskop bei Verdacht auf Farbsehschwäche oder für bestimmte Berufe.
  • Pupillenreaktion: Gibt Hinweise auf Erkrankungen des Sehnervs.
  • Amsler-Gitter: Einfacher Test für die Makula, den Patienten mit Makuladegeneration auch zu Hause nutzen; probieren Sie unser Amsler-Gitter.
  • Biometrie und Hornhauttopographie: Vermessung vor einer Katarakt- oder Laseroperation sowie bei Verdacht auf Keratokonus.
  • Fluoreszenzangiographie: Farbstoffdarstellung der Netzhautgefäße bei speziellen Fragestellungen.

Wie oft sollten Sie zur Augenuntersuchung?

Feste, weltweit einheitliche Intervalle gibt es nicht. Die folgenden Richtwerte orientieren sich an den Empfehlungen großer Fachgesellschaften wie der American Academy of Ophthalmology und dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Ihr Augenarzt kann je nach Befund andere Abstände festlegen. Ausführlich behandeln wir das Thema im Artikel Wie oft zur Augenuntersuchung?.

PersonengruppeEmpfohlene Kontrolle
Neugeborene und KleinkinderAugencheck bei den Kinder-Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen); bei Risikofaktoren wie Frühgeburt oder Schielen in der Familie frühzeitig zum Augenarzt
Kinder ab etwa 2,5 bis 3,5 JahrenMindestens einmal augenärztliche Untersuchung empfohlen, um Schwachsichtigkeit rechtzeitig zu erkennen
Schulkinder und JugendlicheBei Auffälligkeiten sofort; bei Kurzsichtigkeit meist jährliche Kontrolle
Erwachsene 20–39 ohne BeschwerdenBei Bedarf bzw. etwa alle paar Jahre; Brillenträger nach Absprache
Ab 40 JahrenAusgangsuntersuchung inklusive Augendruck und Sehnerv; danach etwa alle 2–3 Jahre
Ab 60–65 JahrenEtwa alle 1–2 Jahre
DiabetesMindestens jährlich Netzhautuntersuchung, bei Befund häufiger
Glaukom in der Familie, starke Kurzsichtigkeit, BluthochdruckNach ärztlicher Empfehlung, meist jährlich

Kinder verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil eine Schwachsichtigkeit nur in den ersten Lebensjahren gut behandelbar ist. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Augengesundheit bei Kindern und im Artikel zur ersten Augenuntersuchung beim Kind.

Sehtest beim Optiker, Online-Test und Führerscheinsehtest

Für den Pkw-Führerschein reicht in Deutschland ein Sehtest bei einer amtlich anerkannten Sehteststelle, häufig beim Optiker. Er prüft nur die Sehschärfe, nicht die Gesundheit des Auges. Online-Sehtests und Apps sind praktisch, um Veränderungen zu bemerken, können aber weder den Augendruck messen noch den Sehnerv beurteilen. Ein unauffälliges Ergebnis darf daher nicht dazu verleiten, notwendige Kontrollen auszulassen.

Was Sie nach der Untersuchung erwartet

Am Ende bespricht die Ärztin die Befunde mit Ihnen. Lassen Sie sich Fachbegriffe erklären und fragen Sie, wann die nächste Kontrolle sinnvoll ist. Bei einer neuen Brillenverordnung erhalten Sie die Werte schriftlich. Bei Auffälligkeiten werden weitere Termine vereinbart, etwa für eine OCT oder eine Gesichtsfeldkontrolle. Notieren Sie sich Diagnosen und Medikamente, damit Sie sie bei anderen Ärzten angeben können.

Wann Sie nicht auf den Routinetermin warten sollten

Sofort zum Augenarzt oder in die Augenklinik bei: plötzlichem Sehverlust oder verschwommenem Sehen auf einem Auge, neu auftretenden Lichtblitzen oder einem Schwarm dunkler Punkte, einem Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld, starken Augenschmerzen mit rotem Auge, Übelkeit und Halos, plötzlichen Doppelbildern, Verletzungen oder Verätzungen des Auges. Bei Verätzungen sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen und dann den Notruf 112 wählen.

Was in solchen Situationen zu tun ist, erklärt unser Ratgeber Augennotfälle und Erste Hilfe. Und falls bei Ihnen eine Operation zur Sprache kommt, finden Sie einen Überblick unter Augenoperationen.

Häufig gestellte Fragen

Tut eine Augenuntersuchung weh?

Nein, die üblichen Untersuchungen sind schmerzfrei. Der Luftstoß bei der Augendruckmessung kann kurz erschrecken, und die Tropfen zur Pupillenerweiterung brennen manchmal für einige Sekunden. Danach sind Sie für einige Stunden blendempfindlich.

Darf ich nach der Pupillenerweiterung Auto fahren?

Nein. Die Pupillen bleiben meist vier bis sechs Stunden erweitert, Sie sind geblendet und sehen unscharf. Lassen Sie sich abholen oder nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel und nehmen Sie eine Sonnenbrille mit.

Reicht ein Sehtest beim Optiker?

Für eine neue Brille bei gesunden Augen oft ja. Ein Optiker untersucht jedoch nicht auf Augenkrankheiten. Ab 40 Jahren, bei Diabetes, Beschwerden oder familiärer Vorbelastung gehört eine augenärztliche Untersuchung inklusive Augenhintergrund dazu.

Was bedeutet Visus 1,0?

Visus 1,0 entspricht der normalen Sehschärfe, im englischen Sprachraum als 20/20 bekannt. Ein Visus von 0,5 bedeutet, dass Sie ein Sehzeichen erst aus der halben Entfernung erkennen, die ein normalsichtiges Auge benötigt.

Ist ein normaler Augendruck eine Garantie gegen Glaukom?

Nein. Es gibt das Normaldruckglaukom, bei dem der Sehnerv trotz normaler Werte geschädigt wird. Deshalb werden zusätzlich der Sehnerv, oft per OCT, und das Gesichtsfeld beurteilt.

Zahlt die Krankenkasse die OCT?

Das hängt vom Anlass ab. Bei bestimmten Erkrankungen wie der feuchten Makuladegeneration ist die OCT in Deutschland Kassenleistung, als reine Vorsorge ohne Verdacht meist nicht. Fragen Sie vorab in Ihrer Praxis nach.

Ab wann sollte ein Kind zum Augenarzt?

Fachgesellschaften empfehlen eine augenärztliche Untersuchung etwa im Alter zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Jahren, bei Risikofaktoren wie Schielen, Frühgeburt oder Fehlsichtigkeit der Eltern früher. Auffälligkeiten sollten immer sofort abgeklärt werden.

Wie lange dauert eine komplette Augenuntersuchung?

Eine Routinekontrolle dauert oft 15 bis 30 Minuten. Mit Pupillenerweiterung, OCT und Gesichtsfeld sollten Sie eher ein bis zwei Stunden einplanen, einschließlich der Wartezeit, bis die Tropfen wirken.

Quellen
  • American Academy of Ophthalmology – Eye Exams 101 (patient information)
  • American Academy of Ophthalmology – Preferred Practice Pattern: Comprehensive Adult Medical Eye Evaluation
  • National Eye Institute – Get a Dilated Eye Exam
  • NHS – Eye tests: when to get one
  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) – Patienteninformationen
  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) – Leitlinien und Stellungnahmen

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