Führungsauge-Test
Finden Sie mit dem Hand-Dreieck-Test heraus, welches Ihr Führungsauge ist – nützlich für Sport und Fotografie.
So wie die meisten Menschen eine bevorzugte Hand haben, bevorzugt das Gehirn meist auch ein Auge. Dieses Führungsauge (dominantes Auge) liefert beim Zielen und Ausrichten die maßgebliche Information. Das andere Auge sieht genauso mit und trägt zum räumlichen Sehen bei – die Dominanz bedeutet also nicht, dass das andere Auge schlechter ist. Etwa zwei Drittel der Menschen haben ein rechtes Führungsauge; es muss aber nicht zur Händigkeit passen.
Dieser Test führt Sie Schritt für Schritt durch zwei klassische Verfahren, den Miles-Test und den Porta-Test. Sie formen mit beiden Händen ein kleines Dreieck, peilen bei ausgestreckten Armen ein entferntes Objekt an und schließen dann abwechselnd ein Auge. Das Auge, mit dem das Objekt im Dreieck bleibt, ist Ihr Führungsauge. Am Ende zeigt Ihnen die Seite das Ergebnis an und erklärt, was es praktisch bedeutet.
Das Wissen ist zum Beispiel beim Schießen, Bogenschießen, Golf, Billard und in der Fotografie hilfreich, weil Sie mit dem Führungsauge genauer zielen. Auch Augenärzte berücksichtigen es bei der Planung einer Monovision mit Kontaktlinsen oder vor Operationen. Eine Aussage über Sehschärfe oder Augengesundheit liefert der Test nicht. Mehr zum Zusammenspiel beider Augen lesen Sie unter So funktioniert das Sehen.
Anleitung
- Suchen Sie sich ein kleines Objekt in mindestens 3–6 Metern Entfernung, z. B. einen Lichtschalter oder eine Türklinke.
- Strecken Sie beide Arme aus und legen Sie die Hände so übereinander, dass zwischen Daumen und Zeigefingern ein kleines Dreieck entsteht.
- Schauen Sie mit beiden offenen Augen durch das Dreieck, sodass das Objekt genau in der Mitte liegt.
- Schließen Sie das linke Auge: Bleibt das Objekt im Dreieck, ist rechts Ihr Führungsauge.
- Öffnen Sie es wieder und schließen Sie das rechte Auge: Bleibt das Objekt nun im Dreieck, ist links Ihr Führungsauge.
- Für den Porta-Test peilen Sie das Objekt mit dem ausgestreckten Zeigefinger an und wiederholen das Schließen der Augen.
- Wiederholen Sie den Test zwei- bis dreimal und geben Sie Ihr Ergebnis in der Seite ein.
Ergebnis verstehen
Das Auge, mit dem das Objekt an seinem Platz bleibt, ist Ihr Führungsauge. Mit dem anderen Auge springt das Objekt scheinbar zur Seite. Ist das Ergebnis nicht eindeutig oder wechselt es, kann eine schwache oder wechselnde Dominanz vorliegen – das kommt vor und ist harmlos.
Praktisch heißt das: Beim Fotografieren mit Sucher und beim Zielen nutzen Sie bevorzugt das Führungsauge. Wer zum Beispiel Rechtshänder ist, aber ein linkes Führungsauge hat (Kreuzdominanz), kann beim Schießen oder Golfen Technik oder Kopfhaltung anpassen. Ein stark ausgeprägter Unterschied zwischen den Augen, Schielen oder Doppelbilder sind dagegen ein Grund für eine augenärztliche Untersuchung. Bei Kindern sollte eine solche Auffälligkeit möglichst früh abgeklärt werden.
Achtung: Der Test bestimmt nur die Augendominanz und ist kein medizinischer Test. Bei Schielen, Doppelbildern oder sehr unterschiedlicher Sehschärfe beider Augen wenden Sie sich an eine Augenärztin oder einen Augenarzt.
Häufig gestellte Fragen
Muss das Führungsauge zur Schreibhand passen?
Nein. Bei vielen Menschen stimmen Händigkeit und Führungsauge überein, bei einem erheblichen Teil jedoch nicht. Das nennt man Kreuzdominanz und ist kein Problem.
Kann sich das Führungsauge ändern?
Meist bleibt es ein Leben lang gleich. Wenn ein Auge durch Krankheit oder Operation deutlich schlechter sieht, kann sich die Dominanz verschieben.
Warum ist das Führungsauge bei Kontaktlinsen wichtig?
Bei der Monovision wird ein Auge für die Ferne und eines für die Nähe korrigiert. Meist wird das Führungsauge für die Ferne eingestellt, weil das als angenehmer empfunden wird.
Sieht das Führungsauge besser?
Nicht unbedingt. Dominanz beschreibt die Bevorzugung durch das Gehirn, nicht die Sehschärfe. Ihr Führungsauge kann sogar das schwächere Auge sein.