Augengymnastik

Tests

Astigmatismus-Test

Strahlenkranz-Test: Wirken manche Linien dunkler oder schärfer, kann eine Hornhautverkrümmung vorliegen.

Wird geladen…

Bei einem Astigmatismus, im Deutschen oft Hornhautverkrümmung oder Stabsichtigkeit genannt, ist die Hornhaut (oder seltener die Linse) nicht gleichmäßig gewölbt wie ein Ball, sondern eher wie die Rückseite eines Löffels. Dadurch werden Lichtstrahlen in verschiedenen Richtungen unterschiedlich stark gebrochen: Linien einer bestimmten Ausrichtung erscheinen scharf, andere dagegen verschwommen. Leichte Formen sind sehr häufig und oft ohne Bedeutung.

Dieser Test zeigt eine sogenannte Strahlenfigur oder Astigmatismus-Uhr: schwarze Linien, die wie die Speichen eines Rades oder die Ziffern eines Zifferblatts von der Mitte nach außen laufen. Bei normalem Sehen wirken alle Linien gleich schwarz und gleich scharf. Erscheinen einige Linien deutlich dunkler, dicker oder schärfer als die übrigen, kann das auf einen Astigmatismus hindeuten. Die Richtung der auffälligen Linien gibt einen Hinweis auf die Achse der Verkrümmung.

Der Test kann einen Astigmatismus nicht messen und keine Brillenwerte bestimmen. Das gelingt nur mit einer Refraktion beim Optiker oder Augenarzt, gegebenenfalls ergänzt durch eine Hornhautvermessung (Topografie). Hinter einem starken oder schnell zunehmenden Astigmatismus kann sich selten ein Keratokonus verbergen. Mehr erfahren Sie im Ratgeber Astigmatismus.

Anleitung

  1. Setzen Sie sich in etwa 50–60 cm Abstand vor den Bildschirm; bei normaler Helligkeit.
  2. Nehmen Sie Ihre Brille ab, wenn Sie wissen möchten, ob Sie unkorrigiert einen Astigmatismus haben – oder lassen Sie sie auf, um Ihre aktuelle Brille zu prüfen.
  3. Decken Sie ein Auge ab, ohne darauf zu drücken.
  4. Schauen Sie auf die Mitte der Figur und vergleichen Sie, ob alle Linien gleich schwarz und scharf wirken.
  5. Notieren Sie die Uhrzeit-Richtung der Linien, die dunkler oder schärfer erscheinen (z. B. 12–6 Uhr).
  6. Wiederholen Sie den Test mit dem anderen Auge.

Ergebnis verstehen

Wirken alle Linien gleich, gibt es keinen Hinweis auf einen nennenswerten Astigmatismus. Sieht eine Richtung deutlich kräftiger aus, kann eine Hornhautverkrümmung bestehen. Sind Ihre Werte mit Brille auffällig, stimmt möglicherweise die Zylinderkorrektur oder Achse Ihrer Brille nicht mehr.

Ein kleiner Unterschied ist häufig und muss nicht korrigiert werden, wenn Sie keine Beschwerden haben. Wenn Sie jedoch unscharf sehen, Doppelkonturen bemerken, nachts Lichter ausgefranst wirken oder Kopfschmerzen beim Lesen auftreten, lassen Sie Ihre Augen beim Optiker oder Augenarzt vermessen. Kinder mit auffälligem Ergebnis sollten immer augenärztlich untersucht werden, weil ein unkorrigierter Astigmatismus die Sehentwicklung beeinträchtigen und zu einer Schwachsichtigkeit führen kann.

Achtung: Nur ein Hinweis-Test, keine Diagnose und keine Brillenbestimmung. Eine rasch zunehmende Verzerrung oder Sehverschlechterung, besonders bei jungen Menschen, sollte augenärztlich abgeklärt werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Astigmatismus mit Augenübungen beheben?

Nein. Astigmatismus beruht auf der Form der Hornhaut oder Linse, die sich durch Augenübungen nicht ändert. Korrigiert wird er mit Brille, torischen Kontaktlinsen oder gegebenenfalls einer Laseroperation.

Ist ein leichter Astigmatismus normal?

Ja, sehr viele Menschen haben einen geringen Astigmatismus, der kaum stört. Ob er korrigiert wird, hängt von den Beschwerden und der Sehschärfe ab.

Warum soll ich jedes Auge einzeln testen?

Astigmatismus ist oft an beiden Augen unterschiedlich ausgeprägt. Beidäugig gleicht das Gehirn manche Unterschiede aus, sodass sie nicht auffallen.

Kann sich ein Astigmatismus verändern?

Er bleibt bei Erwachsenen meist relativ stabil, kann sich aber im Laufe des Lebens leicht verändern. Eine deutliche Zunahme in jungen Jahren kann auf einen Keratokonus hinweisen und sollte untersucht werden.