Augengymnastik

Brillen & Linsen

Lesebrille: Fertigbrille oder Maßanfertigung – so wählen Sie richtig

Wann reicht eine Fertiglesebrille aus der Drogerie, wann brauchen Sie eine individuell angepasste Brille? Ein praktischer Ratgeber zu Stärke, Bauform und Augenuntersuchung.

Aktualisiert: 10. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit Redaktion

Irgendwann zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr bemerken die meisten Menschen, dass Kleingedrucktes schwerer zu lesen ist. Die Zeitung wandert immer weiter vom Gesicht weg, im Restaurant wird die Handylampe zur Hilfe für die Speisekarte. Ursache ist die Alterssichtigkeit (Presbyopie): Die Augenlinse verliert mit den Jahren an Elastizität und kann sich für die Nähe nicht mehr ausreichend wölben. Das ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Alterungsprozess, der jeden betrifft – auch Menschen, die ihr Leben lang perfekt gesehen haben.

Die einfachste Lösung ist eine Lesebrille. Doch zwischen der Fertigbrille vom Drehständer in der Drogerie und einer individuell angefertigten Brille vom Augenoptiker liegen große Unterschiede in Qualität, Sehkomfort und Preis. Dieser Ratgeber erklärt, wann eine Fertigbrille genügt, wie Sie die passende Stärke finden, welche Bauformen es gibt und warum eine Lesebrille die regelmäßige Augenuntersuchung nicht ersetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lesebrille gleicht die altersbedingt nachlassende Nahsicht aus; sie heilt oder verschlechtert die Alterssichtigkeit nicht.
  • Fertiglesebrillen eignen sich nur, wenn beide Augen etwa gleich stark sind, keine nennenswerte Hornhautverkrümmung vorliegt und der Augenabstand ungefähr passt.
  • Die richtige Stärke hängt vom Alter, von der gewünschten Leseentfernung und einer eventuell vorhandenen Fehlsichtigkeit ab – im Zweifel lieber etwas schwächer wählen.
  • Für den Bildschirm ist eine normale Lesebrille meist zu stark; hier braucht man eine schwächere Zwischendistanz-Korrektur.
  • Vor der ersten Lesebrille und danach regelmäßig ist eine Augenuntersuchung sinnvoll, weil Erkrankungen wie Glaukom anfangs keine Beschwerden machen.

Was eine Lesebrille leistet – und was nicht

Im jungen Auge verformt der Ziliarmuskel die elastische Linse so, dass nahe Objekte scharf auf der Netzhaut abgebildet werden. Diese Fähigkeit nennt man Akkommodation. Mit zunehmendem Alter wird der Linsenkern härter, die Akkommodationsbreite sinkt kontinuierlich – ein Prozess, der schon in der Kindheit beginnt, aber meist erst nach dem 40. Geburtstag spürbar wird. Bis etwa zum 60. Lebensjahr nimmt die Alterssichtigkeit zu, danach bleibt sie weitgehend stabil.

Eine Lesebrille besteht aus Plusgläsern (Sammellinsen), die die fehlende Brechkraft für die Nähe ergänzen. Wichtig zu wissen:

  • Sie verschlechtert die Augen nicht. Der verbreitete Mythos, man werde von der Lesebrille abhängig, stimmt nicht. Die Alterssichtigkeit schreitet unabhängig davon fort, ob Sie eine Brille tragen oder nicht. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Augenmythen.
  • Sie ist nur für die Nähe gedacht. Durch eine Lesebrille sieht man in der Ferne unscharf. Wer sie beim Gehen trägt, riskiert Stolpern.
  • Augenübungen ersetzen sie nicht. Training kann Entspannung und Komfort fördern, aber die Elastizität der Linse lässt sich durch Übungen nicht wiederherstellen.

Fertiglesebrille oder Maßanfertigung?

Fertiglesebrillen gibt es in Drogerien, Supermärkten und online, meist in Stufen von +1,0 bis +3,5 Dioptrien in 0,5er- oder 0,25er-Schritten. Beide Gläser haben dieselbe Stärke, der optische Mittelpunkt ist auf einen durchschnittlichen Pupillenabstand von etwa 62 bis 64 Millimetern ausgelegt. Eine Maßanfertigung dagegen wird nach einer Refraktionsbestimmung individuell für jedes Auge hergestellt und auf Ihren Pupillenabstand und Ihre Fassung zentriert.

MerkmalFertiglesebrilleIndividuelle Lesebrille
StärkeBeide Gläser gleich, feste StufenFür jedes Auge einzeln, feine Abstufung
HornhautverkrümmungNicht korrigiertWird mit ausgeglichen
ZentrierungDurchschnittlicher PupillenabstandExakt auf Ihre Augen abgestimmt
GlasqualitätSehr unterschiedlich, oft einfache BeschichtungWählbares Material und Veredelung
PreisSehr günstigDeutlich teurer
Geeignet fürGelegentliches Lesen, Zweit- oder NotfallbrilleHäufiges, langes Lesen, unterschiedliche Augen

Wann eine Fertigbrille in Ordnung ist

Eine Fertiglesebrille kann eine vernünftige, preiswerte Lösung sein, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Sie sehen in der Ferne ohne Brille gut, sind also nicht nennenswert kurz- oder weitsichtig.
  • Beide Augen benötigen ungefähr die gleiche Stärke (Unterschied höchstens etwa 0,5 Dioptrien).
  • Es besteht keine relevante Hornhautverkrümmung (Astigmatismus).
  • Ihr Pupillenabstand liegt nahe am Durchschnitt.
  • Sie lesen eher kurz und gelegentlich, etwa Etiketten, Speisekarten oder Nachrichten auf dem Handy.

Viele Menschen nutzen Fertigbrillen auch als Zweitbrille für Handtasche, Auto oder Nachttisch, während die gute Maßbrille am Schreibtisch liegt.

Wann Sie eine Maßanfertigung brauchen

Liegt eine Fehlsichtigkeit vor, sehen beide Augen unterschiedlich oder lesen Sie täglich über längere Zeit, führt eine Fertigbrille oft zu Kopfschmerzen, Augenbrennen, verschwommenem Sehen oder dem Gefühl, dass die Augen nicht zusammenarbeiten. Das liegt daran, dass die Augen Fehler in Stärke und Zentrierung ständig ausgleichen müssen. Schaden nimmt das Auge dabei nicht, aber es ist unnötig anstrengend. Wer bereits eine Brille für die Ferne trägt, kommt ohnehin um eine individuelle Lösung nicht herum – etwa eine separate Lesebrille, eine Bifokal- oder eine Gleitsichtbrille. Einen Überblick bietet unser Ratgeber zu den Brillenglastypen.

Achten Sie bei Fertigbrillen auf die CE-Kennzeichnung und darauf, dass die Gläser frei von Schlieren, Bläschen und Kratzern sind. Halten Sie die Brille vor dem Kauf auf Armlänge und bewegen Sie sie langsam: Verziehen sich gerade Linien wellenförmig, ist die optische Qualität mangelhaft.

Die richtige Stärke finden

Die Stärke einer Lesebrille wird als Addition in Dioptrien angegeben. Sie richtet sich nach zwei Faktoren: wie viel Akkommodation Ihre Augen noch leisten können und in welcher Entfernung Sie lesen möchten. Je kürzer der Leseabstand, desto stärker muss das Glas sein.

Orientierungswerte nach Alter

Die folgende Tabelle zeigt typische Richtwerte für Menschen, die in der Ferne normalsichtig sind. Individuell kann der Bedarf deutlich abweichen.

AlterTypische Lesestärke
ca. 40–45 Jahre+0,75 bis +1,25 dpt
ca. 45–50 Jahre+1,25 bis +1,75 dpt
ca. 50–55 Jahre+1,75 bis +2,25 dpt
ca. 55–60 Jahre+2,00 bis +2,50 dpt
über 60 Jahre+2,25 bis +3,00 dpt

Wer leicht weitsichtig ist, braucht meist früher und eine stärkere Lesebrille. Leicht Kurzsichtige dagegen können oft noch lange ohne Brille lesen, wenn sie ihre Fernbrille abnehmen – ihre natürliche Kurzsichtigkeit wirkt dann wie eine eingebaute Lesebrille. Mehr dazu in unseren Ratgebern zur Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit.

Der Selbsttest im Geschäft

Beim Kauf einer Fertigbrille hat sich ein einfaches Vorgehen bewährt:

  1. Nehmen Sie einen Text mit, den Sie typischerweise lesen, zum Beispiel ein Buch oder Ihr Smartphone.
  2. Beginnen Sie mit der schwächsten Stärke und halten Sie den Text in Ihrer gewohnten Leseentfernung, meist 35 bis 40 Zentimeter.
  3. Steigern Sie die Stärke schrittweise, bis der Text bequem und scharf zu lesen ist.
  4. Wählen Sie die schwächste Stärke, mit der Sie entspannt lesen können. Eine zu starke Brille zwingt Sie, den Text sehr nah zu halten, und verkleinert den scharfen Bereich.
  5. Lesen Sie einige Minuten, bevor Sie sich entscheiden. Kurzfristig wirkt eine stärkere Brille oft besser, langfristig ist sie anstrengender.

Ergänzend können Sie zu Hause unseren Nahsehtest nutzen, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Er ersetzt aber keine professionelle Messung.

Die Faustregel lautet: Brechkraft in Dioptrien entspricht 100 geteilt durch die Entfernung in Zentimetern. Für 40 Zentimeter Leseabstand ergibt sich ein Bedarf von 2,5 Dioptrien – davon übernehmen die Augen selbst noch einen Teil, solange etwas Akkommodation vorhanden ist. Deshalb nimmt der Brillenbedarf mit dem Alter zu.

Bauformen: Vollbrille, Halbbrille und mehr

Lesebrillen gibt es in verschiedenen Formen, die sich für unterschiedliche Gewohnheiten eignen.

Vollrandbrille

Die Gläser haben eine normale Höhe, das gesamte Sichtfeld ist auf die Nähe eingestellt. Ideal, wenn Sie längere Zeit am Stück lesen, zum Beispiel ein Buch im Sessel. Zum Aufschauen müssen Sie die Brille allerdings abnehmen oder über den Rand blicken.

Halbbrille

Die klassische Halbbrille hat schmale, niedrige Gläser und sitzt etwas tiefer auf der Nase. Zum Lesen blicken Sie nach unten durch die Gläser, zum Aufschauen über den Rand hinweg in die Ferne. Das ist praktisch bei Besprechungen, an der Kasse oder beim Kochen mit Rezept. Für langes Lesen ist das schmale Sichtfeld jedoch manchmal einschränkend, und Menschen mit Fernkorrektur profitieren nicht, da sie über den Rand unscharf sehen.

Faltbare und Notfall-Lesebrillen

Sehr flache, zusammenklappbare Modelle passen in Geldbörse oder Etui und sind als Reservebrille nützlich. Optisch sind sie meist einfach, für kurze Momente reichen sie aber gut aus.

Bifokal- und Gleitsichtgläser

Wer zusätzlich eine Fernkorrektur braucht oder das ständige Auf- und Absetzen leid ist, kann auf Gläser mit mehreren Sehzonen umsteigen. Bifokalgläser haben ein sichtbares Nahteil im unteren Bereich, Gleitsichtgläser einen stufenlosen Übergang von Ferne über Zwischenbereich bis Nähe. Die Eingewöhnung dauert meist einige Tage bis wenige Wochen; Tipps dazu finden Sie im Beitrag Eingewöhnung an Gleitsichtgläser.

Lesebrille am Computer: Warum sie oft nicht passt

Ein häufiger Fehler ist, die normale Lesebrille auch am Bildschirm zu tragen. Ein Buch hält man in etwa 35 bis 40 Zentimetern Abstand, ein Monitor steht dagegen meist 50 bis 80 Zentimeter entfernt. Für diese Zwischendistanz ist eine Lesebrille zu stark: Der Bildschirm erscheint unscharf, und viele Menschen beugen sich unbewusst nach vorne. Verspannungen in Nacken und Schultern sind die Folge.

Für die Bildschirmarbeit gibt es folgende Optionen:

  • Schwächere Einstärkenbrille: Grob gilt, dass für den Monitor etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Lesestärke ausreicht. Die genaue Stärke sollte gemessen werden.
  • Arbeitsplatz- oder Raumgläser: Gleitsicht-ähnliche Gläser mit großem Zwischen- und Nahbereich, aber ohne Fernteil.
  • Nahkomfortgläser: Gläser, die von der Lesenähe bis etwa zur Armlänge scharf abbilden.

Ausführlich beschreibt das unser Ratgeber zur Bildschirmarbeitsplatzbrille. Wer beruflich am Bildschirm arbeitet, hat in Deutschland zudem Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Vorsorge zum Sehen; ergibt sich dabei die Notwendigkeit einer speziellen Bildschirmbrille, muss in der Regel der Arbeitgeber die Kosten dafür tragen. Gute Ergonomie hilft zusätzlich – siehe die ideale Bildschirmeinrichtung.

Gläser, Beschichtungen und Fassung

Bei einer individuellen Lesebrille können Sie Material und Veredelung wählen. Für Lesegläser mit niedriger bis mittlerer Stärke reicht meist ein Standardindex; dünnere hochbrechende Gläser lohnen sich vor allem bei höheren Werten. Eine Entspiegelung reduziert störende Reflexe, besonders bei Lampenlicht und am Bildschirm, und eine Hartschicht schützt vor Kratzern. Ob ein Blaulichtfilter nötig ist, ist wissenschaftlich umstritten – ein nachgewiesener Nutzen für die Augengesundheit besteht nicht.

Bei der Fassung kommt es auf einen guten Sitz an: Die Brille sollte nicht rutschen, nicht drücken und die Gläser sollten so sitzen, dass Ihre Pupillen beim Blick nach unten durch die optischen Zentren schauen. Bei Halbbrillen ist ein stabiler Nasensteg wichtig, damit die Brille in der tiefen Position bleibt. Eine Brillenkette oder ein Band verhindert, dass die Lesebrille ständig verlegt wird.

Wann zur Augenuntersuchung?

Eine Lesebrille aus der Drogerie ist schnell gekauft – genau das ist ein Risiko. Denn ab dem 40. Lebensjahr steigt nicht nur der Bedarf an Nahkorrektur, sondern auch das Risiko für Augenerkrankungen, die anfangs unbemerkt verlaufen. Das Glaukom (Grüner Star) etwa schädigt den Sehnerv schleichend und schmerzlos; erste Gesichtsfeldausfälle fallen oft erst spät auf. Auch Diabetes, Bluthochdruck oder beginnender Grauer Star können sich am Auge zeigen.

Fachgesellschaften empfehlen daher, vor der ersten Lesebrille und danach in regelmäßigen Abständen eine augenärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Die genaue Brillenstärke kann auch ein Augenoptiker bestimmen; die Untersuchung auf Erkrankungen wie Glaukom oder Netzhautveränderungen ist jedoch Aufgabe der Augenärztin oder des Augenarztes. Wie oft Kontrollen sinnvoll sind, erklärt unser Beitrag Wie oft zur Augenuntersuchung?

Anzeichen, dass die Stärke nicht mehr passt

  • Sie halten Texte wieder weiter weg oder brauchen mehr Licht als früher.
  • Nach kurzer Lesezeit treten Kopfschmerzen, Brennen oder Müdigkeit der Augen auf.
  • Sie sehen mit einem Auge deutlich schlechter als mit dem anderen.
  • Seit dem letzten Brillenkauf sind mehr als zwei Jahre vergangen – in der Phase zwischen 40 und 60 ändert sich die Stärke oft in diesem Rhythmus.

Sofort ärztlich abklären lassen: plötzliche Sehverschlechterung auf einem oder beiden Augen, verzerrtes Sehen (gerade Linien wirken wellig), neu auftretende Lichtblitze oder ein Schatten im Gesichtsfeld, plötzlich viele schwarze Punkte, starke Augenschmerzen mit Rötung, Übelkeit und Sehen von Farbringen um Lichter, Doppelbilder. Diese Beschwerden lassen sich nicht mit einer Lesebrille lösen und können auf einen Notfall hinweisen – suchen Sie umgehend eine Augenklinik oder den augenärztlichen Notdienst auf.

Praktische Tipps für den Alltag

  • Gutes Licht: Mit zunehmendem Alter braucht das Auge mehr Licht zum Lesen. Eine helle, blendfreie Leselampe von der Seite entlastet spürbar.
  • Pausen einlegen: Bei langem Lesen hilft es, den Blick regelmäßig in die Ferne schweifen zu lassen und bewusst zu blinzeln, damit die Augen nicht austrocknen.
  • Mehrere Brillen sinnvoll verteilen: Eine gute Brille am Hauptleseplatz, günstige Fertigbrillen als Reserve an weiteren Orten.
  • Schriftgröße anpassen: Smartphones, Tablets und E-Reader erlauben größere Schrift und höheren Kontrast – das ergänzt die Brille sinnvoll.
  • Brille pflegen: Verkratzte, verschmierte Gläser mindern Kontrast und Schärfe. Hinweise zur richtigen Reinigung finden Sie in unserem Ratgeber zur Brillenpflege.

Alternativen zur Lesebrille

Wer keine Brille tragen möchte, hat weitere Möglichkeiten: Multifokale Kontaktlinsen oder die sogenannte Monovision, bei der ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe korrigiert wird. Beide Varianten erfordern eine sorgfältige Anpassung und sind nicht für jeden geeignet. Chirurgische Verfahren wie der refraktive Linsenaustausch mit Multifokallinsen kommen vor allem dann infrage, wenn ohnehin eine Kataraktoperation ansteht; sie haben eigene Risiken und Nebenwirkungen wie Blendempfindlichkeit oder Halos. In einigen Ländern sind außerdem Augentropfen zugelassen, die die Pupille verengen und die Nahsicht vorübergehend verbessern – sie sind verschreibungspflichtig, nicht für jeden geeignet und ersetzen die Brille nur teilweise. Über die Eignung entscheidet die Augenärztin oder der Augenarzt.

Für die allermeisten Menschen bleibt die Lesebrille aber die einfachste, sicherste und kostengünstigste Lösung. Gut ausgewählt, passend zentriert und in der richtigen Stärke macht sie das Lesen wieder entspannt und mühelos.

Häufig gestellte Fragen

Macht eine Lesebrille die Augen schlechter?

Nein. Die Alterssichtigkeit schreitet unabhängig davon fort, ob Sie eine Lesebrille tragen. Viele empfinden das Lesen ohne Brille nach einer Weile nur als anstrengender, weil sie sich an das mühelose Sehen gewöhnt haben.

Kann ich eine Fertiglesebrille aus der Drogerie bedenkenlos tragen?

Für gelegentliches Lesen ist eine Fertigbrille in Ordnung, wenn beide Augen gleich stark sind und keine Hornhautverkrümmung besteht. Schädlich ist eine unpassende Brille nicht, sie kann aber Kopfschmerzen und Ermüdung verursachen. Vor der ersten Lesebrille sollten Sie Ihre Augen trotzdem untersuchen lassen.

Welche Stärke brauche ich mit 50?

Viele Normalsichtige liegen um das 50. Lebensjahr bei etwa +1,50 bis +2,00 Dioptrien. Der tatsächliche Bedarf hängt aber von Ihrem Leseabstand und einer möglichen Fehlsichtigkeit ab. Wählen Sie im Zweifel die schwächste Stärke, mit der Sie bequem lesen können.

Kann ich mit meiner Lesebrille auch am Computer arbeiten?

Meist nicht gut, da der Bildschirm weiter entfernt ist als ein Buch. Die Lesebrille ist dafür zu stark, der Monitor wirkt unscharf und Sie neigen dazu, sich vorzubeugen. Besser geeignet sind eine schwächere Einstärkenbrille oder spezielle Arbeitsplatzgläser.

Was ist der Vorteil einer Halbbrille?

Mit einer Halbbrille lesen Sie durch die Gläser nach unten und können über den Rand hinweg in die Ferne schauen, ohne die Brille abzunehmen. Das ist praktisch in Besprechungen oder beim Einkaufen. Für langes Lesen ist das schmale Sichtfeld jedoch manchmal weniger komfortabel.

Wie oft muss die Lesebrille erneuert werden?

Zwischen 40 und 60 Jahren nimmt der Bedarf meist schrittweise zu, sodass alle zwei bis drei Jahre eine stärkere Brille nötig sein kann. Danach bleibt die Stärke oft länger stabil. Wenn Sie Texte wieder weiter weghalten müssen, ist es Zeit für eine Kontrolle.

Warum sehe ich mit der Lesebrille in der Ferne unscharf?

Lesebrillen sind auf eine Entfernung von etwa 35 bis 40 Zentimetern berechnet. Weiter entfernte Gegenstände erscheinen damit zwangsläufig verschwommen. Für Nähe und Ferne zugleich eignen sich Bifokal- oder Gleitsichtgläser.

Können Augenübungen die Lesebrille ersetzen?

Nein. Die Alterssichtigkeit beruht auf der nachlassenden Elastizität der Linse, die sich durch Training nicht wiederherstellen lässt. Übungen und Pausen können aber die Augen entspannen und das Lesen angenehmer machen.

Quellen
  • American Academy of Ophthalmology – Presbyopia (patient information)
  • American Academy of Ophthalmology – Are Over-the-Counter Reading Glasses Bad for Your Eyes?
  • National Eye Institute (NEI) – Presbyopia
  • NHS – Long-sightedness and age-related vision changes
  • American Optometric Association – Presbyopia
  • Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV), Anhang Teil 4 – Tätigkeiten an Bildschirmgeräten
  • Wolffsohn JS, Davies LN – Presbyopia: effectiveness of correction strategies, Progress in Retinal and Eye Research (2019)

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