Augengymnastik

Tests

Kontrastsehtest

Lesen Sie Buchstaben mit immer geringerem Kontrast und erhalten Sie eine Einschätzung Ihres Kontrastsehens.

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Die übliche Sehschärfe wird mit schwarzen Zeichen auf weißem Grund gemessen – also bei maximalem Kontrast. Im Alltag ist die Welt aber selten so kontrastreich: Ein grauer Bordstein in der Dämmerung, ein Fußgänger im Nebel oder blasse Schrift auf einem Beipackzettel verlangen ein gutes Kontrastsehen (Kontrastempfindlichkeit). Manche Menschen haben eine volle Sehschärfe und sehen trotzdem „wie durch einen Schleier“ – genau das kann dieser Test sichtbar machen.

Der Test zeigt Ihnen Buchstaben in gleichbleibender, gut lesbarer Größe, deren Kontrast zum Hintergrund Schritt für Schritt abnimmt. Sie geben an, bis zu welcher Stufe Sie die Buchstaben noch sicher lesen können. Daraus ergibt sich ein grober Kontrastwert, ähnlich dem Prinzip der Pelli-Robson-Tafel in der Augenheilkunde.

Eine verringerte Kontrastempfindlichkeit kann viele Ursachen haben: beginnender Grauer Star, Glaukom, Makulaerkrankungen, Diabetes, ein trockenes Auge oder schlicht eine verschmutzte Brille. Auch nach Laseroperationen kann das Kontrastsehen vorübergehend schlechter sein. Weil Bildschirme Grautöne unterschiedlich darstellen, ist dieser Test nur eine Orientierung. Er hilft Ihnen aber, Beschwerden wie Probleme beim Autofahren in der Nacht besser einzuordnen.

Anleitung

  1. Stellen Sie die Bildschirmhelligkeit auf etwa 70–100 % und schalten Sie Nacht- oder Dunkelmodus aus.
  2. Vermeiden Sie Spiegelungen und direktes Licht auf dem Bildschirm.
  3. Setzen Sie sich in etwa 1 Meter Abstand und tragen Sie Ihre gewohnte Brille.
  4. Testen Sie zunächst beide Augen gemeinsam, danach optional jedes Auge einzeln.
  5. Lesen Sie die Buchstaben jeder Stufe und markieren Sie die letzte Stufe, die Sie noch sicher erkennen.
  6. Nehmen Sie sich pro Stufe einige Sekunden Zeit, aber raten Sie nicht.

Ergebnis verstehen

Junge, augengesunde Menschen erkennen meist auch sehr blasse Stufen. Mit dem Alter nimmt die Kontrastempfindlichkeit langsam ab – ein etwas schlechteres Ergebnis ab 60 ist daher nicht ungewöhnlich.

Wenn Sie schon bei mittleren Kontraststufen Schwierigkeiten haben, ein Auge deutlich schlechter abschneidet oder Sie zusätzlich Blendempfindlichkeit, Lichthöfe (Halos) oder Probleme bei Dämmerung bemerken, ist eine augenärztliche Untersuchung sinnvoll. Typische Ursache im höheren Alter ist eine Linsentrübung, die sich operativ gut behandeln lässt. Reinigen Sie vor einer Wiederholung Ihre Brille – Fettfilm und Kratzer senken den Kontrast spürbar. Notieren Sie Ihr Ergebnis und testen Sie stets unter denselben Bedingungen, damit Sie spätere Messungen sinnvoll vergleichen können.

Achtung: Dieser Test ist ein grobes Screening, abhängig von Ihrem Bildschirm, und ersetzt keine Untersuchung. Plötzliche Schleiersicht, Schmerzen oder Sehverlust erfordern sofortige ärztliche Hilfe.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sehschärfe und Kontrastsehen?

Die Sehschärfe beschreibt, wie kleine Details Sie bei maximalem Kontrast erkennen. Das Kontrastsehen beschreibt, wie gut Sie Objekte mit geringem Helligkeitsunterschied zum Hintergrund wahrnehmen. Beide können unabhängig voneinander verändert sein.

Kann eine Brille das Kontrastsehen verbessern?

Eine korrekte, saubere Brille mit Entspiegelung kann helfen. Gelbe oder kontraststeigernde Tönungen wirken subjektiv angenehmer, verbessern das Kontrastsehen aber nicht nachweislich und sind nachts beim Autofahren ungeeignet.

Warum ist Kontrastsehen beim Autofahren wichtig?

Bei Nacht, Regen oder Nebel sinkt der Kontrast der Umgebung stark. Wer schlechter Kontraste sieht, erkennt Fußgänger, Radfahrer und Hindernisse später.

Kann trockenes Auge das Ergebnis beeinflussen?

Ja. Ein unruhiger Tränenfilm streut das Licht und senkt den Kontrast. Oft hilft mehrmaliges Blinzeln vor dem Test.