Augenkrankheiten im Überblick: Wegweiser nach Symptomen
Verschwommen, rot, schmerzhaft oder mit schwarzen Punkten? Unser Wegweiser ordnet die wichtigsten Augenkrankheiten nach Symptomen und zeigt, wann Sie schnell ärztliche Hilfe brauchen.
Die Augen können auf vielfältige Weise erkranken – von harmlosen, vorübergehenden Reizungen bis zu Erkrankungen, die unbehandelt zur Erblindung führen können. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit mindestens 2,2 Milliarden Menschen mit einer Seh- oder Augenbeeinträchtigung, und bei rund einer Milliarde davon hätte sie verhindert werden können oder ist noch nicht behandelt. Viele der wichtigsten Augenkrankheiten lassen sich gut behandeln oder zumindest bremsen, wenn sie früh erkannt werden.
Dieser Wegweiser ordnet die häufigsten und wichtigsten Augenkrankheiten nach dem, was Sie selbst bemerken: verschwommenes Sehen, rote Augen, Schmerzen, schwarze Punkte und Lichtblitze oder schlechtes Sehen bei Nacht. Zu jeder Erkrankung finden Sie einen kurzen Überblick und einen Link zu unserem ausführlichen Ratgeber. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose, hilft Ihnen aber, Beschwerden einzuordnen und zu erkennen, wann es eilt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Symptom kann viele Ursachen haben; nur eine augenärztliche Untersuchung bringt Klarheit.
- Plötzlicher Sehverlust, ein Schatten im Gesichtsfeld, neue Lichtblitze mit vielen schwarzen Punkten und starke Augenschmerzen sind Notfälle.
- Einige der häufigsten Ursachen für Erblindung – Glaukom, diabetische Retinopathie, frühe Makuladegeneration – verursachen lange keine Beschwerden.
- Regelmäßige Augenuntersuchungen sind daher besonders ab 40 und bei Risikofaktoren wichtig.
- Die meisten roten Augen sind harmlos, rote Augen mit Schmerzen, Lichtscheu oder Sehverschlechterung sind es nicht.
- Augenübungen können keine Augenkrankheit heilen.
So nutzen Sie diesen Wegweiser
Suchen Sie den Abschnitt, der Ihre Hauptbeschwerde am besten beschreibt. Viele Erkrankungen tauchen in mehreren Abschnitten auf, denn eine Bindehautentzündung kann rot und unangenehm sein, ein akutes Glaukom rot, schmerzhaft und verschwommen. Achten Sie besonders auf die Warnhinweise. Grundlagenwissen über den Aufbau des Auges finden Sie im Ratgeber zur Anatomie des Auges, Informationen zu Untersuchungen im Ratgeber Augenuntersuchungen erklärt.
Sofort in die Augenklinik, Notaufnahme oder Notruf 112 bei: plötzlichem Sehverlust auf einem oder beiden Augen; einem Schatten oder Vorhang im Gesichtsfeld; plötzlich vielen neuen schwarzen Punkten mit Lichtblitzen; starken Augenschmerzen mit Rötung, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Halos um Lichter; Verätzungen (sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser spülen); Verletzungen durch spitze Gegenstände oder hohe Geschwindigkeit; plötzlichen Doppelbildern oder Sehstörungen zusammen mit Lähmungen oder Sprachstörungen. Erste-Hilfe-Maßnahmen beschreibt unser Ratgeber zu Augennotfällen.
Verschwommenes oder allmählich schlechteres Sehen
Verschwommenes Sehen ist das häufigste Augensymptom. Die mit Abstand häufigste Ursache ist eine nicht oder nicht mehr passend korrigierte Fehlsichtigkeit wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder ab etwa 40 die Alterssichtigkeit. Einen Überblick gibt der Ratgeber Fehlsichtigkeiten erklärt. Entwickelt sich die Unschärfe jedoch langsam trotz passender Brille, stecken oft Erkrankungen dahinter:
- Grauer Star (Katarakt): Die Linse trübt sich allmählich ein. Typisch sind verschleiertes Sehen, Blendempfindlichkeit, blassere Farben und häufige Brillenwechsel. Die Operation ist einer der häufigsten und erfolgreichsten Eingriffe überhaupt.
- Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): Die Stelle des schärfsten Sehens wird geschädigt. Gerade Linien erscheinen verzerrt, in der Bildmitte entsteht ein grauer Fleck. Bei der feuchten Form sind rasche Spritzen ins Auge wichtig.
- Diabetische Retinopathie: Diabetes schädigt die feinen Netzhautgefäße. Lange beschwerdefrei, später verschwommenes Sehen durch ein Makulaödem.
- Keratokonus: Die Hornhaut wird dünner und wölbt sich kegelförmig vor; die Sehschärfe nimmt bei jungen Menschen trotz neuer Brillen ab.
- Trockenes Auge: Ein instabiler Tränenfilm lässt die Sehschärfe schwanken, oft besser nach dem Blinzeln.
- Schwachsichtigkeit (Amblyopie): Bei Kindern entwickelt sich ein Auge nicht richtig – oft ohne dass es auffällt.
Schwankendes Sehen über den Tag kann auch durch stark wechselnde Blutzuckerwerte entstehen. Plötzliche Unschärfe dagegen gehört immer sofort abgeklärt.
| Wie entwickelt sich die Unschärfe? | Mögliche Ursachen | Dringlichkeit |
|---|---|---|
| Langsam über Monate bis Jahre | Fehlsichtigkeit, Grauer Star, trockene AMD | zeitnah Termin vereinbaren |
| Innerhalb von Tagen | feuchte AMD, Makulaödem, Sehnerventzündung, Uveitis | innerhalb von 24 bis 48 Stunden |
| Plötzlich, innerhalb von Minuten oder Stunden | Gefäßverschluss, Netzhautablösung, Glaskörperblutung, akutes Glaukom, Schlaganfall | sofort, Notfall |
| Wechselnd, besser nach Blinzeln | trockenes Auge | nicht dringend |
Rote Augen
Ein rotes Auge entsteht, wenn sich die Blutgefäße der Bindehaut oder tiefer liegender Schichten erweitern. Meist ist das harmlos, manchmal aber ein Zeichen einer ernsten Erkrankung. Entscheidend sind die Begleitsymptome. Ausführlich behandelt der Artikel Rotes Auge: harmlos oder Notfall? die Unterscheidung.
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Rötung, Fremdkörpergefühl, Tränen oder Ausfluss, verklebte Lider am Morgen. Ursachen sind Viren, Bakterien oder Allergien. Das Sehen ist meist kaum beeinträchtigt.
- Augenallergien: Starker Juckreiz, beide Augen, oft mit Heuschnupfen. Typisch saisonal oder bei Tierkontakt.
- Lidrandentzündung (Blepharitis): Gerötete, verkrustete Lidränder, Brennen, häufig chronisch und eng mit dem trockenen Auge verbunden.
- Trockenes Auge: Brennen, Sandkorngefühl und Rötung, verstärkt am Bildschirm und in klimatisierten Räumen.
- Hyposphagma (Bindehautunterblutung): Ein flächiger, leuchtend roter Fleck ohne Schmerzen, etwa nach Husten oder Pressen. Meist harmlos und verschwindet in ein bis zwei Wochen; bei häufigem Auftreten Blutdruck und Gerinnung prüfen lassen.
- Pterygium und Pinguecula: Gelbliche Verdickung oder ein dreieckiges Gewebe auf der Bindehaut, das sich zeitweise entzündet; begünstigt durch UV-Licht.
- Uveitis: Entzündung im Augeninneren mit Rötung rund um die Hornhaut, Schmerzen, Lichtscheu und verschwommenem Sehen – ein Fall für die rasche augenärztliche Behandlung.
- Hornhautentzündung und Hornhautgeschwür: Starke Schmerzen, Lichtscheu, Sehverschlechterung, oft bei Kontaktlinsenträgern. Ein Notfall.
| Rotes Auge mit … | Eher harmlos | Eher ernst |
|---|---|---|
| Schmerzen | leichtes Brennen oder Kratzen | starke, bohrende Schmerzen |
| Sehen | normal oder nach Blinzeln klar | verschwommen, nicht durch Blinzeln besser |
| Licht | keine besondere Empfindlichkeit | ausgeprägte Lichtscheu |
| Pupille | normal, beide gleich | entrundet, lichtstarr oder ungleich |
| Kontaktlinsen | kein Linsenträger | Linsenträger mit Schmerzen und Rötung |
Schmerzende oder unangenehme Augen
Leichte Beschwerden wie Brennen, Druckgefühl oder Müdigkeit sind meist Zeichen von Überlastung oder Trockenheit. Starke Schmerzen sind dagegen immer ein Warnsignal.
- Digitale Augenbelastung: Müde, brennende Augen und Kopfschmerzen nach langer Bildschirmarbeit. Pausen, gute Ergonomie und die passende Brille helfen.
- Gerstenkorn und Hagelkorn: Ein Gerstenkorn ist eine schmerzhafte, akute Entzündung einer Liddrüse; ein Hagelkorn ein meist schmerzloser, fester Knoten.
- Akutes Winkelblockglaukom: Starke Augen- und Kopfschmerzen, rotes, hartes Auge, Halos, Übelkeit. Ein Notfall, der sofort behandelt werden muss. Die häufigere Form, das Offenwinkelglaukom, verläuft dagegen schmerzlos.
- Sehnerventzündung (Optikusneuritis): Schmerzen bei Augenbewegungen und innerhalb von Tagen nachlassendes Sehen, oft mit blasseren Farben; häufig bei jungen Erwachsenen und mitunter im Zusammenhang mit Multipler Sklerose.
- Endokrine Orbitopathie: Bei Schilddrüsenerkrankungen, vor allem Morbus Basedow, treten die Augen hervor, schmerzen, sind gerötet und trocken; Doppelbilder sind möglich.
- Migräne mit Aura: Flimmernde Zickzacklinien, die sich über etwa 20 bis 60 Minuten ausbreiten, oft gefolgt von Kopfschmerzen. Bei erstmaligem Auftreten ärztlich abklären lassen.
- Fremdkörper und Verletzungen: Starkes Fremdkörpergefühl, Tränen und Lichtscheu. Nicht reiben; bei Metallsplittern, Chemikalien oder Verletzungen sofort zum Arzt.
Schwarze Punkte, Lichtblitze und Schatten
Kleine graue Punkte, Fäden oder Spinnweben, die mit dem Blick mitwandern, kennen die meisten Menschen. Diese Mouches volantes entstehen durch Verdichtungen im Glaskörper und sind meist harmlos. Ausführliche Informationen bietet unser Ratgeber zu Glaskörpertrübungen und Lichtblitzen.
- Hintere Glaskörperabhebung: Ab dem mittleren Lebensalter löst sich der Glaskörper von der Netzhaut. Typisch sind ein plötzlicher großer Schatten oder Ring und kurze Lichtblitze. Meist harmlos, aber in einigen Fällen mit einem Netzhautriss verbunden – deshalb sollten neue Symptome immer zeitnah untersucht werden.
- Netzhautablösung: Ein Schwarm neuer Punkte („Rußregen“), Lichtblitze und ein Schatten, der sich wie ein Vorhang vom Rand her ausbreitet. Ein Notfall, der rasch operiert werden muss. Hohe Kurzsichtigkeit ist ein Risikofaktor.
- Glaskörperblutung: Plötzlich viele dunkle Schlieren oder starke Sehverschlechterung, etwa bei diabetischer Retinopathie oder einem Netzhautriss.
- Visuelle Aura: Flimmernde, gezackte Lichterscheinungen, die nach weniger als einer Stunde verschwinden.
Neue Lichtblitze, ein plötzlicher Anstieg schwarzer Punkte oder ein Schatten im Gesichtsfeld sollten noch am selben Tag augenärztlich untersucht werden – auch am Wochenende in einer Augenklinik. Früh erkannte Netzhautlöcher lassen sich oft mit einem Laser abriegeln, bevor sich die Netzhaut ablöst.
Schlechtes Sehen bei Nacht und Blendung
Dass man in der Dämmerung schlechter sieht als am Tag, ist normal. Deutlich ausgeprägte oder zunehmende Probleme bei Dunkelheit haben jedoch oft behandelbare Ursachen:
- Nachtblindheit (Nyktalopie): Schwierigkeiten, sich im Dunkeln zurechtzufinden und an Dunkelheit anzupassen. Ursachen reichen von unkorrigierter Kurzsichtigkeit über Grauen Star bis zu Vitamin-A-Mangel und erblichen Netzhauterkrankungen.
- Grauer Star: Blendung durch entgegenkommende Scheinwerfer, Lichthöfe und Streifen um Lichter.
- Retinitis pigmentosa: Eine erbliche Netzhauterkrankung, die oft mit Nachtblindheit beginnt und später das Gesichtsfeld von außen einengt (Tunnelblick).
- Hornhautverkrümmung und Kurzsichtigkeit: Selbst geringe nicht korrigierte Werte machen sich nachts stärker bemerkbar, weil die Pupille weit ist.
- Nach Laser-Operationen: Vorübergehend oder dauerhaft Lichthöfe und Blendung.
Praktische Tipps für das Autofahren bei Nacht gibt der Artikel Nachtfahrten: Blendung, Halos und Sehen.
Stille Erkrankungen: lange keine Beschwerden
Einige der folgenreichsten Augenkrankheiten verursachen anfangs überhaupt keine Symptome. Wenn Betroffene etwas bemerken, ist oft schon ein bleibender Schaden entstanden. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen so wichtig.
| Erkrankung | Wer besonders gefährdet ist | Wie sie entdeckt wird |
|---|---|---|
| Grüner Star (Offenwinkelglaukom) | über 40, familiäre Belastung, hohe Kurzsichtigkeit, afrikanische Herkunft | Augendruckmessung, Untersuchung des Sehnervs, Gesichtsfeld, OCT |
| Diabetische Retinopathie | alle Menschen mit Diabetes | regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrunds bei erweiterter Pupille |
| Frühe AMD | über 55, Raucher, familiäre Belastung | Untersuchung der Makula, OCT, Amsler-Gitter zur Selbstkontrolle |
| Amblyopie bei Kindern | Kinder mit Schielen, Fehlsichtigkeit oder familiärer Belastung | Kinderärztliche und augenärztliche Vorsorge |
| Bluthochdruckbedingte Netzhautschäden | Menschen mit Bluthochdruck | Untersuchung des Augenhintergrunds |
Mit dem Amsler-Gitter können Sie Ihr zentrales Sehen zu Hause regelmäßig überprüfen – besonders sinnvoll bei bekannter AMD.
Weitere Erkrankungen im Überblick
- Farbsehschwäche: Meist angeborene Rot-Grün-Schwäche, die vor allem Männer betrifft. Neu auftretende Farbsehstörungen können auf Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs hinweisen.
- Hängendes Oberlid (Ptosis): Altersbedingt, angeboren oder durch Nerven- und Muskelerkrankungen. Ein plötzlich hängendes Lid mit Doppelbildern oder Kopfschmerzen ist ein Notfall.
- Nystagmus (Augenzittern): Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, angeboren oder erworben; neu aufgetretener Nystagmus muss neurologisch abgeklärt werden.
- Augentumoren: Selten; zu den wichtigsten zählen das Aderhautmelanom bei Erwachsenen und das Retinoblastom bei Kleinkindern, das sich oft durch einen weißen Pupillenreflex auf Fotos zeigt.
- Hornhauttransplantation: Wenn die Hornhaut durch Narben, Keratokonus oder Erkrankungen dauerhaft getrübt ist.
- Sehbehinderung: Wenn eine Erkrankung das Sehen dauerhaft einschränkt, helfen vergrößernde Sehhilfen, Beleuchtung und Rehabilitation, den Alltag selbstständig zu meistern.
Das Risiko für Augenkrankheiten senken
Nicht alle Augenkrankheiten lassen sich verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken und Erkrankungen früher erkennen:
- Regelmäßige Untersuchungen: Besonders ab 40, bei Diabetes, Bluthochdruck, hoher Kurzsichtigkeit oder Augenerkrankungen in der Familie. Wie oft, erklärt der Artikel Wie oft sollte man zum Augenarzt?
- Nicht rauchen: Rauchen erhöht das Risiko für AMD und Grauen Star deutlich.
- Blutzucker und Blutdruck gut einstellen: Das schützt die Netzhautgefäße.
- UV-Schutz: Eine gute Sonnenbrille schützt vor UV-bedingten Schäden an Bindehaut, Hornhaut und Linse.
- Ausgewogene Ernährung: Viel Gemüse, Obst und Fisch; bei mittlerer AMD können spezielle Nährstoffkombinationen nach der AREDS2-Studie das Fortschreiten verlangsamen. Mehr im Ratgeber Ernährung für die Augen.
- Kontaktlinsenhygiene: Nicht mit Linsen schlafen oder schwimmen, Linsen nie mit Leitungswasser reinigen.
- Schutzbrillen: Bei Heimwerken, Gartenarbeit und Risikosportarten.
- Tageslicht für Kinder: Zeit im Freien senkt das Risiko für Kurzsichtigkeit.
Augenübungen können bei müden Augen entspannen und bei bestimmten Problemen des beidäugigen Sehens unter Anleitung helfen. Sie heilen aber weder Grauen noch Grünen Star, keine Makuladegeneration und keine Fehlsichtigkeit. Lassen Sie sich nicht von Heilversprechen von einer notwendigen Behandlung abhalten.
Wann Sie zum Augenarzt sollten
Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn Ihr Sehen allmählich schlechter wird, Sie zunehmend geblendet werden, Linien verzerrt erscheinen, ein Auge immer wieder rot und gereizt ist oder ein Lid hängt. Kinder sollten bei Schielen, auffälligem Augenreiben, Kopfschiefhaltung oder einem weißlichen Pupillenreflex untersucht werden.
Sofortige Hilfe brauchen Sie bei plötzlichem Sehverlust, einem Schatten im Gesichtsfeld, neuen Lichtblitzen mit vielen schwarzen Punkten, starken Augenschmerzen, einem roten Auge mit Lichtscheu und Sehverschlechterung, Verätzungen, Verletzungen sowie plötzlichen Doppelbildern. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh als zu spät in die Augenklinik.
Häufig gestellte Fragen
Welche Augenkrankheiten sind am häufigsten?
Sehr häufig sind Fehlsichtigkeiten, trockenes Auge, Bindehautentzündungen und Allergien. Im höheren Alter kommen Grauer Star, Glaukom und altersbedingte Makuladegeneration hinzu. Bei Menschen mit Diabetes ist die diabetische Retinopathie eine wichtige Erkrankung.
Welche Augenkrankheiten führen am häufigsten zur Erblindung?
Weltweit gehören nicht behandelter Grauer Star und unkorrigierte Fehlsichtigkeiten zu den Hauptursachen für Sehbeeinträchtigung. In Ländern wie Deutschland sind die altersbedingte Makuladegeneration, das Glaukom und die diabetische Retinopathie die wichtigsten Ursachen für schwere Sehbehinderung.
Wann ist ein rotes Auge ein Notfall?
Wenn es mit starken Schmerzen, Lichtscheu, deutlich verschlechtertem Sehen, Übelkeit oder einer veränderten Pupille einhergeht. Auch Kontaktlinsenträger mit schmerzhaft rotem Auge und Augen nach Verletzungen oder Verätzungen sollten sofort untersucht werden.
Sind schwarze Punkte im Sichtfeld gefährlich?
Einzelne, seit Langem bekannte Mouches volantes sind meist harmlos. Neue Punkte, die plötzlich in großer Zahl auftreten, besonders zusammen mit Lichtblitzen oder einem Schatten, können auf einen Netzhautriss oder eine Netzhautablösung hinweisen und müssen noch am selben Tag untersucht werden.
Kann man ein Glaukom selbst bemerken?
In der häufigsten Form, dem Offenwinkelglaukom, meist erst spät. Das Gesichtsfeld schrumpft langsam vom Rand her, und das Gehirn gleicht Lücken lange aus. Deshalb ist eine Vorsorgeuntersuchung ab etwa 40 wichtig, besonders bei familiärer Belastung.
Wie oft sollte man die Augen untersuchen lassen?
Ohne Beschwerden und Risikofaktoren empfehlen Fachgesellschaften ab etwa 40 Untersuchungen in Abständen von einigen Jahren, im höheren Alter häufiger. Bei Diabetes, Glaukom in der Familie oder hoher Kurzsichtigkeit gelten engere Intervalle nach ärztlicher Empfehlung.
Kann ich mit Online-Tests eine Augenkrankheit ausschließen?
Nein. Online-Tests wie das Amsler-Gitter oder Sehschärfetests können Hinweise liefern und bei der Selbstkontrolle helfen. Viele Erkrankungen lassen sich aber nur durch eine augenärztliche Untersuchung des Augeninneren erkennen.
Helfen Augenübungen bei Augenkrankheiten?
Augenübungen können bei Bildschirmarbeit entspannen und bei bestimmten Störungen des beidäugigen Sehens unter fachlicher Anleitung helfen. Sie heilen jedoch keine Augenkrankheit wie Grauen Star, Glaukom oder Makuladegeneration und ersetzen keine Behandlung.
Quellen
- World Health Organization – World report on vision (2019)
- American Academy of Ophthalmology – EyeSmart: Eye Diseases and Conditions (patient information)
- National Eye Institute (NEI) – Eye Conditions and Diseases
- NHS – Eye conditions (Health A–Z)
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) – Patienteninformationen und Leitlinien
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) – Patienteninformationen
- Age-Related Eye Disease Study 2 (AREDS2) Research Group – JAMA (2013)
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