Augengymnastik

Bildschirme

Bildschirm richtig einstellen: Der ideale Arbeitsplatz für Ihre Augen

Abstand, Höhe, Helligkeit, Schriftgröße: Mit wenigen Handgriffen wird Ihr Bildschirmarbeitsplatz augenfreundlicher. Eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung.

7 Min. Lesezeit Redaktion

Viele Menschen verbringen acht Stunden und mehr pro Tag vor einem Bildschirm, aber kaum jemand hat den Monitor jemals bewusst eingestellt. Er steht dort, wo er beim Auspacken hingestellt wurde, die Helligkeit entspricht der Werkseinstellung, und der Laptop liegt flach auf dem Tisch. Die Folgen spüren viele am Abend: brennende Augen, verschwommenes Sehen, ein steifer Nacken und manchmal Kopfschmerzen. Fachleute fassen diese Beschwerden als digitale Augenbelastung zusammen.

Die gute Nachricht: Ein gut eingerichteter Arbeitsplatz kostet wenig und bringt viel. Bildschirme schädigen die Augen nicht dauerhaft, aber eine ungünstige Anordnung macht das Sehen unnötig anstrengend. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Einstellungen sich bewährt haben, wie Sie Ihren Monitor Schritt für Schritt anpassen und was bei Laptop, Mehrmonitor-Arbeitsplätzen und Gleitsichtbrillen zu beachten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Abstand: etwa eine Armlänge, in der Regel 50 bis 70 Zentimeter – bei großen Monitoren eher mehr.
  • Höhe: Die Oberkante des Bildschirms sollte auf oder knapp unter Augenhöhe liegen, der Blick leicht nach unten gehen.
  • Helligkeit an die Umgebung anpassen, dunkle Schrift auf hellem Grund, ausreichend Kontrast.
  • Schrift lieber größer stellen, als sich nach vorne zu beugen.
  • Fenster seitlich, nicht hinter oder vor dem Bildschirm; Spiegelungen vermeiden.
  • Laptops für längeres Arbeiten erhöhen und mit externer Tastatur und Maus nutzen.

Warum die Einstellung des Bildschirms so wichtig ist

Beim Blick auf einen Bildschirm leisten die Augen dauerhafte Naharbeit. Der Ziliarmuskel hält die Linse auf die Bildschirmentfernung eingestellt, beide Augen sind leicht nach innen gerichtet, und weil wir uns konzentrieren, blinzeln wir deutlich seltener als im Gespräch. Je näher der Bildschirm, je kleiner die Schrift und je stärker die Blendung, desto größer wird diese Belastung. Hinzu kommt der Körper: Wer sich nach vorne beugt oder den Kopf in den Nacken legt, um durch den unteren Teil einer Gleitsichtbrille zu schauen, bekommt Nacken- und Schulterverspannungen, die wiederum Kopfschmerzen begünstigen.

Ein ergonomischer Arbeitsplatz verfolgt deshalb drei Ziele: eine entspannte Sehentfernung, eine natürliche Kopf- und Blickhaltung und eine angenehme Lichtsituation. Hintergrundwissen zu Symptomen und Ursachen finden Sie in unserem Ratgeber zur digitalen Augenbelastung.

Der richtige Abstand

Als Faustregel gilt: Setzen Sie sich aufrecht hin und strecken Sie den Arm aus. Ihre Fingerspitzen sollten den Bildschirm etwa berühren. Das entspricht für die meisten Erwachsenen 50 bis 70 Zentimetern. Bei größeren Monitoren darf der Abstand größer sein, damit Sie das Bild ohne ständige Kopfbewegungen überblicken können.

BildschirmdiagonaleOrientierungswert für den AbstandHinweis
13–15 Zoll (Laptop)etwa 50 cmFür längere Arbeit erhöhen und externe Tastatur nutzen
22–24 Zoll50–70 cmKlassischer Büromonitor, Armlänge passt meist gut
27 Zoll60–80 cmSchriftskalierung prüfen, vor allem bei hoher Auflösung
32 Zoll und größer, Ultrawide70–100 cmLeicht gebogene Modelle oder größerer Abstand erleichtern den Überblick

Diese Werte sind Orientierungshilfen, keine starren Vorschriften. Entscheidend ist, dass Sie alles bequem lesen können, ohne sich vorzubeugen und ohne die Augen zusammenzukneifen. Wenn Sie den Bildschirm näher ziehen müssen, um etwas zu erkennen, ist meist die Schrift zu klein – oder Ihre Brille passt nicht zur Bildschirmentfernung.

Die richtige Höhe und Neigung

Der natürliche, entspannte Blick geht leicht nach unten. Deshalb sollte die Oberkante des Bildschirms auf Augenhöhe oder etwas darunter liegen. Die Bildschirmmitte liegt dann etwa 15 bis 20 Grad unterhalb der waagerechten Blicklinie. Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: Wenn Sie leicht nach unten schauen, sind die Lider etwas weiter geschlossen, die Augenoberfläche liegt weniger frei und trocknet langsamer aus.

  • Zu hoher Monitor: Der Kopf geht in den Nacken, die Augen sind weit geöffnet, Trockenheit und Nackenbeschwerden nehmen zu.
  • Zu niedriger Monitor: Der Kopf kippt nach vorne, die Halswirbelsäule wird belastet.
  • Neigung: Kippen Sie den Bildschirm leicht nach hinten (etwa 10 bis 20 Grad), sodass Sie senkrecht auf die Fläche schauen.

Tragen Sie eine Gleitsichtbrille? Dann stellen Sie den Monitor eher etwas tiefer, damit Sie den Bildschirm durch den passenden Glasbereich sehen, ohne den Kopf in den Nacken zu legen. Für viel Bildschirmarbeit ist eine spezielle Arbeitsplatzbrille oft deutlich bequemer. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Bildschirm- und Bürobrillen.

Helligkeit und Kontrast

Die Helligkeit des Bildschirms sollte ungefähr der Helligkeit der Umgebung entsprechen. Ein Bildschirm, der in einem dunklen Raum wie eine Lampe strahlt, blendet. Ein zu dunkler Bildschirm in einem hellen Büro zwingt dagegen zum angestrengten Hinsehen. Ein einfacher Test: Halten Sie ein weißes Blatt Papier neben den Bildschirm. Eine weiße Fläche auf dem Monitor sollte ähnlich hell wirken wie das Papier.

  • Nutzen Sie die automatische Helligkeitsanpassung, wenn Ihr Gerät einen Umgebungslichtsensor hat, und korrigieren Sie bei Bedarf manuell.
  • Stellen Sie einen ausreichenden Kontrast ein. Dunkle Schrift auf hellem Hintergrund (Positivdarstellung) ermöglicht für die meisten Menschen die beste Lesbarkeit.
  • Vermeiden Sie hellgraue Schrift auf weißem Grund und farbige Schrift auf farbigem Hintergrund.
  • Passen Sie den Bildschirm am Abend an das schwächere Raumlicht an. Ob ein Dunkelmodus dabei hilft, lesen Sie in unserem Beitrag Nachtmodus und Dark Mode.

Flimmern und Bildwiederholrate

Manche Bildschirme regeln die Helligkeit über schnelles Ein- und Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung (PWM). Einige empfindliche Menschen berichten dabei über Unbehagen, vor allem bei niedriger Helligkeitsstufe. Wenn Sie das bemerken, können flimmerfreie Modelle eine Option sein. Für die meisten Nutzer ist das aber kein zentraler Faktor.

Schriftgröße und Auflösung

Zu kleine Schrift ist einer der häufigsten und am einfachsten zu behebenden Fehler. Moderne Monitore haben hohe Auflösungen, wodurch Texte ohne Skalierung winzig erscheinen. Als grobe Orientierung sollte normale Fließtextschrift auf dem Bildschirm etwa dreimal so groß sein wie die kleinste Schrift, die Sie aus dieser Entfernung gerade noch lesen können. So haben Sie eine bequeme Reserve.

  1. Nutzen Sie die Skalierungsfunktion des Betriebssystems (z. B. 125 oder 150 Prozent), statt die Auflösung herunterzusetzen.
  2. Vergrößern Sie in Browser und Programmen die Ansicht mit Strg und Plus (Mac: Cmd und Plus).
  3. Wählen Sie gut lesbare Schriften ohne extrem dünne Striche.
  4. Stellen Sie einen ausreichenden Zeilenabstand ein, wenn Sie lange Texte lesen.

Licht und Spiegelungen im Raum

Störende Reflexe auf dem Bildschirm und starke Helligkeitsunterschiede im Blickfeld belasten die Augen spürbar. Die wichtigsten Regeln:

  • Fenster seitlich: Stellen Sie den Bildschirm so, dass das Fenster seitlich liegt und Ihre Blickrichtung parallel zur Fensterfront verläuft. Ein Fenster hinter dem Bildschirm blendet, ein Fenster in Ihrem Rücken erzeugt Spiegelungen.
  • Blendschutz: Nutzen Sie Jalousien oder Vorhänge, um direktes Sonnenlicht zu dämpfen.
  • Deckenbeleuchtung: Leuchten sollten nicht direkt über oder hinter Ihnen in den Bildschirm strahlen.
  • Kein dunkler Raum: Arbeiten Sie abends nicht nur im Licht des Monitors, sondern schalten Sie eine indirekte Raumbeleuchtung ein.
  • Matte Oberfläche: Matte Displays reflektieren weniger als glänzende.

Laptop: Bequem unterwegs, ungünstig auf Dauer

Der Laptop ist ein ergonomischer Kompromiss: Bildschirm und Tastatur sind fest verbunden. Steht der Bildschirm in richtiger Höhe, ist die Tastatur zu hoch; liegt die Tastatur bequem, ist der Bildschirm zu tief. Für gelegentliche Arbeit ist das kein Problem. Wer aber täglich mehrere Stunden am Laptop sitzt, sollte nachrüsten:

  1. Einen Laptop-Ständer verwenden, der den Bildschirm auf die richtige Höhe bringt.
  2. Eine externe Tastatur und Maus anschließen, damit Arme und Schultern entspannt bleiben.
  3. Alternativ einen externen Monitor nutzen und den Laptop als Zweitbildschirm daneben stellen.
  4. Im Homeoffice nicht auf dem Sofa oder im Bett arbeiten – der Abstand ist dort meist zu kurz, die Haltung ungünstig.

Mehrere Monitore richtig anordnen

Zwei oder mehr Bildschirme steigern die Produktivität, erfordern aber eine durchdachte Aufstellung:

  • Gleichmäßige Nutzung: Stellen Sie beide Monitore direkt nebeneinander, die Kante zwischen ihnen vor Ihre Körpermitte. Leicht nach innen gedreht entsteht ein flacher Bogen.
  • Haupt- und Nebenbildschirm: Nutzen Sie einen Monitor überwiegend, gehört dieser direkt vor Sie. Der zweite steht seitlich, leicht angewinkelt.
  • Gleiche Höhe und Helligkeit: Unterschiedliche Höhen zwingen zu ständigem Nicken, unterschiedliche Helligkeiten zur ständigen Anpassung der Augen.
  • Gleicher Abstand: Beide Bildschirme sollten möglichst gleich weit entfernt sein, damit die Augen nicht ständig neu fokussieren müssen.
  • Drehen statt verrenken: Wenden Sie sich bei längerer Arbeit am Nebenmonitor mit dem Stuhl zu, statt den Kopf dauerhaft zur Seite zu drehen.

Sitzhaltung und Pausen

Der beste Monitor nützt wenig, wenn Stuhl und Tisch nicht passen. Füße stehen flach auf dem Boden, Oberschenkel sind etwa waagerecht, die Unterarme liegen entspannt auf, die Schultern hängen locker. Danach richten Sie den Bildschirm aus – nicht umgekehrt.

Zusätzlich sind Pausen unverzichtbar, denn auch der ideal eingestellte Bildschirm hält die Augen auf eine feste Distanz. Bewährt hat sich die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten schauen Sie für 20 Sekunden auf etwas in etwa sechs Metern Entfernung. Unser Pausen-Timer erinnert Sie daran, und das Büroprogramm bietet kurze Augenübungen für zwischendurch. Diese Übungen dienen der Entspannung und dem Wohlbefinden; eine Fehlsichtigkeit korrigieren sie nicht.

So prüfen Sie Ihren Arbeitsplatz in fünf Minuten

Unser interaktives Werkzeug zur Bildschirmeinrichtung führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Einstellungen. Alternativ hilft diese Checkliste:

  1. Arm ausstrecken: Berühren die Fingerspitzen ungefähr den Bildschirm?
  2. Geradeaus schauen: Liegt Ihr Blick auf Höhe der Oberkante oder knapp darüber?
  3. Weißes Blatt daneben halten: Wirkt der Bildschirm ähnlich hell?
  4. Text lesen: Gelingt das entspannt, ohne Vorbeugen und Blinzeln?
  5. Bildschirm ausschalten: Sehen Sie Spiegelungen von Fenstern oder Lampen?
  6. Haltung prüfen: Sind Schultern und Nacken entspannt?

Wann Sie zum Augenarzt sollten

Wenn Sie trotz gut eingerichtetem Arbeitsplatz und regelmäßigen Pausen dauerhaft Beschwerden haben, kann eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit, eine beginnende Alterssichtigkeit, ein trockenes Auge oder eine Störung des Zusammenspiels beider Augen dahinterstecken. In Deutschland haben Beschäftigte mit Bildschirmarbeit zudem Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Vorsorge, die auch das Sehvermögen umfasst. Wenn sich dabei herausstellt, dass eine spezielle Bildschirmbrille nötig ist, muss sie in der Regel der Arbeitgeber bezahlen.

Lassen Sie sich umgehend untersuchen bei: plötzlicher Sehverschlechterung, Doppelbildern, die neu auftreten, starken Augenschmerzen, einem roten Auge mit Lichtempfindlichkeit, Lichtblitzen oder einem Schatten im Gesichtsfeld. Diese Beschwerden haben nichts mit Bildschirmarbeit zu tun und müssen rasch abgeklärt werden.

Auch leichtere, aber anhaltende Beschwerden wie Kopfschmerzen nach der Arbeit, verschwommenes Sehen beim Blick vom Bildschirm in die Ferne oder ständig brennende Augen sind ein guter Anlass für eine Kontrolle. Bringen Sie Informationen zu Ihrem Arbeitsplatz mit, vor allem den Abstand zum Bildschirm – das hilft bei der Auswahl der richtigen Korrektur.

Häufig gestellte Fragen

Wie weit sollte der Bildschirm von den Augen entfernt sein?

Als Richtwert gilt etwa eine Armlänge, also 50 bis 70 Zentimeter. Bei größeren Monitoren darf der Abstand größer sein. Entscheidend ist, dass Sie alles bequem lesen können, ohne sich vorzubeugen.

Wie hoch sollte der Monitor stehen?

Die Oberkante des Bildschirms sollte auf oder knapp unter Augenhöhe liegen, sodass Ihr Blick leicht nach unten geht. Das schont den Nacken und verringert die Austrocknung der Augen. Gleitsichtträger stellen den Monitor oft etwas tiefer.

Welche Bildschirmhelligkeit ist augenschonend?

Die Helligkeit sollte etwa dem Umgebungslicht entsprechen. Halten Sie ein weißes Blatt neben den Bildschirm: Beide sollten ähnlich hell wirken. Abends gehört die Helligkeit nach unten, und der Raum sollte zusätzlich beleuchtet sein.

Ist ein Laptop schlecht für die Augen?

Ein Laptop schadet den Augen nicht, ist aber ergonomisch ungünstig, weil Bildschirm und Tastatur verbunden sind. Für längere Arbeit empfiehlt sich ein Laptop-Ständer mit externer Tastatur und Maus oder ein zusätzlicher Monitor.

Wie stelle ich zwei Monitore richtig auf?

Bei gleichmäßiger Nutzung stehen beide Monitore nebeneinander mit der Mittelkante vor Ihnen. Nutzen Sie einen Bildschirm hauptsächlich, gehört dieser direkt vor Sie. Höhe, Abstand und Helligkeit sollten bei beiden gleich sein.

Zahlt der Arbeitgeber eine Bildschirmbrille?

In Deutschland muss der Arbeitgeber eine spezielle Bildschirmarbeitsplatzbrille bezahlen, wenn die arbeitsmedizinische Vorsorge ergibt, dass sie für die Arbeit notwendig ist und eine normale Brille nicht ausreicht. Die Details regeln die Arbeitsstättenverordnung und die Vorsorgeverordnung.

Quellen
  • American Academy of Ophthalmology – Computers, Digital Devices and Eye Strain (patient information)
  • American Optometric Association – Computer Vision Syndrome
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) – Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Leitfaden für die Gestaltung (DGUV Information 215-410)
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), Anhang 6 – Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen
  • Occupational Safety and Health Administration (OSHA) – Computer Workstations eTool: Monitors
  • NHS – How to sit correctly at a computer

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