Schielen und Amblyopie: Früh erkennen, richtig behandeln
Schielen kann zu einer dauerhaften Schwachsichtigkeit führen, wenn es nicht früh behandelt wird. Hier erfahren Sie, wie Brille, Abkleben, Atropin und Operation wirken.
Schielen (Strabismus) bedeutet, dass die beiden Augen nicht gleichzeitig auf denselben Punkt ausgerichtet sind. Ein Auge blickt geradeaus, das andere weicht nach innen, außen, oben oder unten ab – dauerhaft oder nur zeitweise. Bei Kindern ist Schielen weit mehr als ein kosmetisches Problem: Das kindliche Gehirn unterdrückt das Bild des abweichenden Auges, um Doppelbilder zu vermeiden. Bleibt das über längere Zeit so, entwickelt sich die Sehbahn dieses Auges nicht richtig. Es entsteht eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie), umgangssprachlich auch „faules Auge“ genannt.
Amblyopie ist eine der häufigsten Ursachen für eine einseitige Sehminderung bei Kindern und jungen Erwachsenen. Sie lässt sich gut behandeln – aber nur, solange das Sehsystem noch formbar ist, also vor allem in den ersten Lebensjahren. Deshalb sind Früherkennung und konsequente Therapie entscheidend. Dieser Ratgeber erklärt die verschiedenen Formen, die Behandlungsmöglichkeiten von der Brille bis zur Operation, die Rolle neuer digitaler Therapien und was Erwachsene mit Schielen oder Amblyopie heute noch tun können.
Das Wichtigste in Kürze
- Schielen und ungleiche Brechkraft beider Augen sind die häufigsten Ursachen einer Amblyopie.
- Kinder wachsen aus dem Schielen nicht heraus; ab dem Alter von etwa vier Monaten sollte es ärztlich abgeklärt werden.
- Die Behandlung beginnt fast immer mit einer genau angepassten Brille, gefolgt von Abkleben oder Atropin-Tropfen.
- Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Ergebnisse; bis ins Schulalter sind deutliche Verbesserungen möglich.
- Eine Schieloperation korrigiert die Augenstellung, ersetzt aber nicht die Amblyopiebehandlung.
- Auch Erwachsene können von Prismen, Operationen und in Grenzen von Sehtraining profitieren.
Wie Schielen und Amblyopie zusammenhängen
Für räumliches Sehen müssen beide Augen ein nahezu identisches Bild liefern, das im Gehirn zu einem einzigen Seheindruck verschmolzen wird. Schielt ein Auge, entstehen zwei verschiedene Bilder. Erwachsene sehen dann doppelt. Kinder dagegen „schalten“ das störende Bild einfach ab (Suppression). Das schützt vor Doppelbildern, hat aber einen Preis: Die Nervenverbindungen zwischen dem unterdrückten Auge und der Sehrinde verkümmern.
Eine Amblyopie kann jedoch auch ohne sichtbares Schielen entstehen. Das ist tückisch, weil Eltern nichts auffällt. Wie das Sehsystem in der Kindheit reift, beschreibt unser Ratgeber „So funktioniert das Sehen“.
Die drei Hauptursachen einer Amblyopie
| Form | Ursache | Erkennbarkeit |
|---|---|---|
| Schielamblyopie (strabismische Amblyopie) | Ein Auge weicht ab, sein Bild wird unterdrückt | Oft sichtbar, bei kleinem Schielwinkel aber leicht zu übersehen |
| Refraktive Amblyopie (Anisometropie) | Deutlich unterschiedliche Brechkraft beider Augen, z. B. ein Auge stark weitsichtig oder astigmatisch | Von außen unsichtbar, nur durch Untersuchung zu entdecken |
| Deprivationsamblyopie | Etwas blockiert den Lichteinfall, z. B. angeborener Grauer Star oder stark hängendes Oberlid | Teils sichtbar; muss besonders dringend behandelt werden |
Auch beidseitige hohe Fehlsichtigkeiten, etwa eine starke Weitsichtigkeit, können eine Amblyopie an beiden Augen verursachen, wenn sie nicht rechtzeitig korrigiert werden.
Formen des Schielens
Schielen wird nach Richtung, Häufigkeit und Ursache eingeteilt.
- Einwärtsschielen (Esotropie): Das Auge weicht zur Nase hin ab. Bei Kindern die häufigste Form. Eine Sonderform ist das frühkindliche Schielsyndrom, das in den ersten sechs Lebensmonaten beginnt.
- Akkommodatives Einwärtsschielen: Es tritt meist zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr auf und wird durch eine unkorrigierte Weitsichtigkeit ausgelöst. Die starke Naheinstellung zieht die Augen nach innen. Eine Brille kann es oft vollständig beheben.
- Auswärtsschielen (Exotropie): Das Auge weicht nach außen ab, häufig nur zeitweise (intermittierend), etwa bei Müdigkeit, beim Blick in die Ferne oder bei hellem Sonnenlicht.
- Höhenschielen (Vertikaldeviation): Ein Auge steht höher oder tiefer; oft durch Schwäche einzelner Augenmuskeln, manchmal verbunden mit einer Kopfschiefhaltung.
- Lähmungsschielen (paralytischer Strabismus): Durch Lähmung eines Augenmuskelnervs, etwa nach Verletzungen, Schlaganfall oder bei Diabetes. Bei Erwachsenen typischerweise mit plötzlichen Doppelbildern.
- Latentes Schielen (Heterophorie): Die Augen können die Abweichung mit Anstrengung ausgleichen. Erst bei Müdigkeit wird sie sichtbar oder macht Beschwerden wie Kopfschmerzen.
Scheinschielen: Viele Babys wirken, als würden sie nach innen schielen, weil ihr Nasenrücken breit ist und Hautfalten den inneren Augenwinkel verdecken (Pseudostrabismus). Ob echtes Schielen vorliegt, lässt sich mit einfachen Tests in der Augenarztpraxis klären. Im Zweifel lieber einmal mehr untersuchen lassen.
Früherkennung: Warum die ersten Jahre entscheiden
Das Sehsystem reift vor allem in den ersten Lebensjahren. In dieser „sensiblen Phase“ lässt sich eine Amblyopie am besten behandeln. Später ist die Formbarkeit des Gehirns geringer, die Behandlung dauert länger und erreicht häufig nicht mehr das volle Sehvermögen.
Worauf Eltern achten können
- Ein Auge weicht sichtbar ab, ständig oder zeitweise, nach dem Alter von etwa vier Monaten
- Das Kind kneift bei Sonnenlicht ein Auge zu
- Kopfschiefhaltung oder Kopfdrehung beim Fernsehen oder Spielen
- Das Kind wehrt sich heftig, wenn ein bestimmtes Auge abgedeckt wird – ein Hinweis, dass das andere schlecht sieht
- Häufiges Stolpern, Ungeschicklichkeit beim Greifen oder Probleme beim Treppensteigen
- Grauer oder weißer Pupillenreflex auf Fotos statt des üblichen roten Reflexes
In Deutschland sind Sehprüfungen Bestandteil der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen). Sie ersetzen aber keine augenärztliche Untersuchung, wenn ein Verdacht besteht oder Schielen, hohe Fehlsichtigkeit oder Amblyopie in der Familie vorkommen. Ab wann ein Termin sinnvoll ist, erklärt unser Beitrag Wann sollte ein Kind zum ersten Mal zum Augenarzt?. Weitere Informationen bietet der Ratgeber Augengesundheit bei Kindern.
Ein weißer Pupillenreflex (Leukokorie) auf Fotos oder ein plötzlich auftretendes Schielen bei einem Kind muss rasch augenärztlich untersucht werden. Dahinter können ernste Erkrankungen wie ein angeborener Grauer Star oder sehr selten ein Netzhauttumor (Retinoblastom) stecken.
Die Behandlung der Amblyopie
Ziel ist es, das schwächere Auge zu „trainieren“, indem das Gehirn gezwungen wird, es zu benutzen. Die Behandlung folgt meist einem festen Stufenplan.
1. Die richtige Brille
Grundlage jeder Behandlung ist eine exakte Brillenbestimmung in Zykloplegie, also nach Gabe von Tropfen, die die Naheinstellung des Auges vorübergehend ausschalten. Nur so lässt sich eine versteckte Weitsichtigkeit vollständig erfassen. Studien der US-amerikanischen Pediatric Eye Disease Investigator Group (PEDIG) haben gezeigt, dass allein das konsequente Tragen der Brille über einige Monate bei vielen Kindern die Sehschärfe des schwachen Auges deutlich verbessert. Tipps zu Passform und Material finden Sie im Ratgeber Brillen für Kinder.
2. Abkleben (Okklusion)
Reicht die Brille nicht aus, wird das besser sehende Auge stundenweise mit einem Pflaster abgeklebt. Das Gehirn muss dann mit dem schwachen Auge arbeiten. Wie viele Stunden pro Tag nötig sind, richtet sich nach Alter und Ausprägung der Amblyopie und wird von der Augenärztin oder dem Augenarzt bzw. der Orthoptistin festgelegt. Bei mittelgradiger Amblyopie sind laut PEDIG-Studien oft schon wenige Stunden täglich ähnlich wirksam wie längeres Abkleben.
Wichtig ist, das Pflaster direkt auf die Haut zu kleben; ein Aufsatz auf der Brille lädt zum „Drüberschauen“ ein. Während der Okklusion sollte das Kind aktiv schauen: malen, puzzeln, Bilderbücher betrachten oder Bauklötze stapeln.
3. Atropin-Penalisation
Eine Alternative zum Pflaster sind Atropin-Augentropfen im besseren Auge. Sie erweitern die Pupille und lähmen vorübergehend die Naheinstellung, sodass dieses Auge in der Nähe unscharf sieht. Das Kind nutzt dann bevorzugt das schwächere Auge. Studien zeigen, dass Atropin bei mittelgradiger Amblyopie etwa ähnlich wirksam ist wie das Abkleben und von manchen Familien besser akzeptiert wird. Ob und in welcher Form Atropin eingesetzt wird, entscheidet immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
4. Binokulare digitale Therapien
Neuere Ansätze setzen nicht auf das Ausschalten des guten Auges, sondern auf das Zusammenspiel beider Augen. Mit speziellen Brillen, 3D-Technik oder Tablet-Programmen sehen die Augen unterschiedliche Bildanteile, die nur gemeinsam ein vollständiges Bild oder Spiel ergeben. In den USA wurde ein solches System auf Basis von Videoinhalten zugelassen. Die Ergebnisse sind vielversprechend, manche Studien zeigen eine Wirksamkeit ähnlich der Okklusion, die Langzeitdaten sind aber noch begrenzt. Diese Verfahren gelten derzeit als Ergänzung oder Alternative in ausgewählten Fällen, nicht als Ersatz der bewährten Behandlung.
Konsequenz ist der Schlüssel: Feste Zeiten für das Abkleben, eine Belohnungstabelle, gemeinsame Aktivitäten und Erzieherinnen oder Lehrkräfte, die eingeweiht sind, erhöhen die Therapietreue erheblich. Brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab, auch wenn sich schon Erfolge zeigen – sonst kann sich die Amblyopie wieder verschlechtern.
Die Schieloperation
Bleibt trotz Brille ein deutlicher Schielwinkel bestehen, kann eine Operation sinnvoll sein. Dabei werden einzelne äußere Augenmuskeln verlagert, verkürzt oder geschwächt, um die Augenstellung zu korrigieren. Der Augapfel selbst wird nicht eröffnet. Der Eingriff erfolgt bei Kindern in Vollnarkose und meist ambulant oder mit einer kurzen stationären Aufnahme.
Wichtig zu wissen:
- Die Operation verbessert die Augenstellung und damit oft das beidäugige Zusammenspiel – sie heilt aber keine Amblyopie. Abkleben und Brille sind häufig auch nach der Operation weiter nötig.
- Beim frühkindlichen Schielsyndrom wird häufig im Kleinkind- oder Vorschulalter operiert; der genaue Zeitpunkt wird individuell festgelegt.
- Nicht selten sind im Laufe des Lebens weitere Eingriffe nötig, weil sich die Augenstellung verändern kann.
- Rein akkommodatives Schielen wird in der Regel nicht operiert, sondern mit der Brille behandelt.
Einen Überblick über weitere Eingriffe am Auge finden Sie im Ratgeber Augenoperationen.
Schielen und Amblyopie bei Erwachsenen
Auch Erwachsene sind von Schielen betroffen – entweder als Folge eines kindlichen Schielens oder neu aufgetreten. Ein plötzliches Schielen mit Doppelbildern im Erwachsenenalter muss immer rasch abgeklärt werden, weil es auf eine Nervenlähmung, einen Schlaganfall, Diabetes, eine Schilddrüsenerkrankung oder Myasthenie hinweisen kann.
Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene
- Prismenbrillen: Sie lenken das Licht so ab, dass kleine Schielwinkel ausgeglichen und Doppelbilder beseitigt werden.
- Schieloperation: Auch im Erwachsenenalter möglich und sinnvoll – sie kann Doppelbilder beseitigen, das Gesichtsfeld erweitern und das Selbstbewusstsein im Alltag stärken. Die Annahme, sie sei „nur kosmetisch“, ist überholt.
- Botulinumtoxin: In ausgewählten Fällen wird ein Augenmuskel gezielt vorübergehend geschwächt.
- Orthoptische Übungen: Bei Konvergenzschwäche, also Problemen, beide Augen beim Nahsehen gemeinsam nach innen zu richten, ist ein gezieltes Training unter fachlicher Anleitung gut belegt. Eine geeignete Übung finden Sie hier: Konvergenzübung.
Kann man eine Amblyopie im Erwachsenenalter noch behandeln?
Lange galt eine Amblyopie nach dem Ende der Kindheit als unbehandelbar. Neuere Forschung zeigt, dass das Gehirn auch später noch eine gewisse Formbarkeit besitzt. Mit Okklusion, binokularen Spielen oder Wahrnehmungstraining wurden bei manchen Erwachsenen messbare Verbesserungen erreicht, meist aber deutlich geringer als bei Kindern. Wichtiger ist für Erwachsene mit einem amblyopen Auge oft der Schutz des gesunden Auges, etwa durch eine Schutzbrille bei Sport oder Handwerk.
Augengymnastik kann Schielen in der Regel nicht beseitigen und ersetzt keine ärztliche Behandlung einer Amblyopie. Gezielte orthoptische Übungen sind nur bei bestimmten Störungen wie der Konvergenzschwäche sinnvoll. Eine kritische Übersicht bietet unser Beitrag Was die Wissenschaft über Augenübungen sagt.
Prognose: Was ist realistisch?
Die Aussichten hängen vor allem davon ab, wann die Behandlung beginnt, wie ausgeprägt die Amblyopie ist und wie konsequent die Therapie umgesetzt wird. Bei frühem Beginn erreichen viele Kinder eine normale oder nahezu normale Sehschärfe auf dem schwächeren Auge. Bei manchen bleibt ein kleiner Rest bestehen, und gelegentlich kommt es nach Therapieende zu einem Rückfall – daher sind Kontrollen über Jahre wichtig. Das räumliche Sehen lässt sich vor allem dann gut entwickeln, wenn die Augen früh parallel gestellt werden.
Wann zum Arzt? Dringende Warnzeichen
Vereinbaren Sie einen augenärztlichen Termin, wenn Ihr Kind nach dem vierten Lebensmonat schielt, ein Auge auffällig zukneift, den Kopf schief hält oder wenn in der Familie Schielen, hohe Fehlsichtigkeit oder Amblyopie bekannt sind. Umgehend – möglichst noch am selben Tag – sollten Sie eine Augenklinik oder Notaufnahme aufsuchen bei:
- plötzlich auftretendem Schielen bei Kindern oder Erwachsenen,
- neu aufgetretenen Doppelbildern, besonders zusammen mit Kopfschmerzen, hängendem Lid, Lähmungen, Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen,
- einem weißen oder grauen Pupillenreflex,
- Schielen nach einer Kopfverletzung,
- Augenschmerzen, Rötung oder deutlicher Sehverschlechterung nach einer Schieloperation.
Weitere Informationen zu akuten Situationen finden Sie im Ratgeber Augennotfälle und Erste Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
Wächst sich Schielen bei Kindern von selbst aus?
Nein. Gelegentliches kurzes Abweichen der Augen ist in den ersten Lebensmonaten normal. Bleibt das Schielen jedoch über das Alter von etwa vier Monaten hinaus bestehen, sollte es augenärztlich untersucht werden. Ohne Behandlung droht eine dauerhafte Schwachsichtigkeit.
Bis zu welchem Alter lässt sich eine Amblyopie behandeln?
Am besten gelingt die Behandlung in den ersten Lebensjahren. Bis ins Schulalter, oft bis etwa zum zehnten bis zwölften Lebensjahr, sind noch gute Verbesserungen möglich. Auch Jugendliche und Erwachsene können teilweise profitieren, allerdings meist weniger stark.
Wie lange muss mein Kind ein Pflaster tragen?
Die tägliche Dauer und die Gesamtdauer hängen vom Alter und von der Ausprägung der Amblyopie ab. Häufig dauert die Behandlung Monate bis Jahre mit regelmäßigen Kontrollen. Den genauen Plan legen Augenärztin, Augenarzt oder Orthoptistin fest und passen ihn an den Fortschritt an.
Sind Atropin-Tropfen genauso wirksam wie Abkleben?
Bei mittelgradiger Amblyopie zeigen Studien eine ähnliche Wirksamkeit. Atropin kann eine gute Alternative sein, wenn ein Kind das Pflaster nicht akzeptiert. Mögliche Nebenwirkungen wie Lichtempfindlichkeit werden vorher besprochen, und die Anwendung erfolgt nur auf ärztliche Anordnung.
Ist eine Schieloperation gefährlich?
Schieloperationen gehören zu den häufigsten Augenoperationen und gelten als sicher. Ernste Komplikationen wie Infektionen oder Verletzungen des Augapfels sind selten. Häufiger ist, dass das Ergebnis nicht ganz perfekt ist und später nachkorrigiert werden muss.
Helfen Tablet-Spiele gegen ein faules Auge?
Speziell entwickelte binokulare Programme, bei denen beide Augen unterschiedliche Bildteile sehen, zeigen in Studien vielversprechende Ergebnisse. Gewöhnliche Spiele oder Apps ohne diese Technik helfen dagegen nicht. Solche Therapien sollten nur unter ärztlicher Begleitung eingesetzt werden.
Kann ich als Erwachsener mein Schielen noch operieren lassen?
Ja, Schieloperationen sind in jedem Alter möglich. Sie können Doppelbilder beseitigen, das Gesichtsfeld verbessern und das soziale Wohlbefinden steigern. Ob eine Operation infrage kommt, klärt eine Untersuchung in einer Sehschule oder Schielsprechstunde.
Woran erkenne ich eine Amblyopie ohne sichtbares Schielen?
Gar nicht – von außen ist sie unsichtbar. Hinweise können Kopfschiefhaltung, Ungeschicklichkeit oder starker Widerstand gegen das Abdecken eines Auges sein. Sicherheit gibt nur eine augenärztliche oder orthoptische Untersuchung, idealerweise im Vorschulalter.
Quellen
- American Academy of Ophthalmology – Amblyopia and Esotropia and Exotropia Preferred Practice Patterns
- American Association for Pediatric Ophthalmology and Strabismus (AAPOS) – Amblyopia, Strabismus
- National Eye Institute (NEI) – Amblyopia (Lazy Eye)
- NHS – Lazy eye; Squint in children
- Pediatric Eye Disease Investigator Group (PEDIG) – Amblyopia Treatment Studies
- Cochrane Database of Systematic Reviews – Conventional occlusion versus pharmacologic penalization for amblyopia
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) – Patienteninformation Schielen
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